Weltreise-Countdown: 5 auf Weltreise


Ab August 2019 werden die Perrones aus Esslingen ihren Alltag über Bord werfen und für ein Jahr die Welt bereisen. Auf ihrem Blog „5 auf Weltreise“ erzählt die Familie (Susi, Gianni und ihre drei Jungs Antonio, Emiliano und Cristiano) von ihren Reisevorbereitungen und wird natürlich auch von unterwegs bloggen, um uns die schönsten Plätze der Welt zu zeigen.

Liebe Susi, seit wann ist es Dein großer Traum, die Welt zu bereisen?
Schon mit 20, frisch nach dem Abitur, hätte ich am liebsten die Koffer gepackt und mich auf den Weg gemacht. Doch andere Dinge waren dann erst einmal wichtiger. Berufsausbildung, später dann die berufliche Selbstständigkeit aufbauen etc. Auch mein Mann hat, unabhängig von mir, schon immer davon geträumt, die Welt zu bereisen. Als wir uns kennen lernten, war für uns klar: Das machen wir irgendwann mal. Dann kam der Beruf dazwischen, die Kinder, wir haben uns beide gemeinsam eine freiberufliche Existenz aufgebaut, was viel Arbeit und auch so manchen Verzicht bedeutet hat. Doch jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen.

Gab es eine Initialzündung, warum der Sommer 2019 der Start für eure Weltreise sein wird?
Vor ungefähr zwei Jahren kam der Wunsch nach einer Weltreise wieder ganz stark in uns hoch. Wir hatten uns eigentlich das Jahr 2022 als Ziel gesetzt. Wir sahen Filme zu dem Thema, folgten auf Instagram Familien, die das Weltreise- bzw. Aussteigerthema seit Jahren leben. Daraus resultierend wuchs die drängende Frage: Warum warten? Was hindert uns? Warum ist jetzt nicht schon der richtige Zeitpunkt? Von unseren Emotionen und unserem Bauchgefühl her, wollten wir uns am liebsten sofort auf den Weg machen. Doch es war klar, dass wir momentan beruflich zu komplex aufgestellt sind, als dass wir eine Weltreise, die ja auch finanziert werden will, machen können. Wir begannen, genauer zu definieren, wie wir uns beruflich verändern müssten, damit wir unseren Traum verwirklichen können. Vor einem Jahr haben wir unsere Wünsche und Visionen erstmals schriftlich auf Mind Maps festgehalten. Und dann kam das Projekt immer mehr ins Rollen. Im Januar diesen Jahres verkauften wir unser Sportstudio und begannen, unsere berufliche Selbstständigkeit in ein Online-Business umzumodeln, so dass wir von überall auf der Welt arbeiten können. Das war die Initialzündung, würde ich sagen.

Ihr habt drei Söhne, zwei davon sind schulpflichtig. Wie kam die Idee, die Jungs ein Jahr aus der Schule zu nehmen, bei den entsprechenden Entscheidungsträgern an?
Unser ältester Sohn ist mit der Grundschule fertig, wenn wir starten. Die Rektorin der weiterführenden Schule ist eine sehr offene, moderne Frau, die bereit war, unser Vorhaben mitzutragen, als sie feststellte, dass dieses durchdacht ist. Unser mittlerer Sohn beendet im Sommer die erste Klasse. Eigentlich ebenfalls ein perfekter Zeitpunkt, um ihn für ein Jahr freistellen zu lassen. Und der Jüngste geht noch in den Kindergarten, da ist es sowieso kein Problem. Ich denke, dass auch diese Puzzleteilchen bei uns eine Rolle spielten, den Start unserer Weltreise auf Sommer 2019 zu legen. Hätte unser ältester Sohn zu diesem Zeitpunkt bereits die weiterführende Schule besucht, wären unsere Überlegungen eventuell anders ausgefallen. Prinzipiell haben wir uns gut auf das Thema Freistellung vorbereitet. Wir haben uns mit verschiedenen Familien vernetzt, die das alles schon hinter sich hatten und die uns wertvolle Tipps geben konnten. Einfach mal einen Brief ins Blaue hinein an das Oberschulamt schreiben, wäre für uns nicht in Frage gekommen. Doch auch unsere innere Haltung hat sicherlich eine Rolle gespielt. Wir wussten für uns: „Wir sind ab August 2019 nicht mehr da.“ Und ich glaube, diese innere Haltung haben wir auch in unseren Gesprächen ausgestrahlt.

Wie sehen denn eure aktuellen Reisevorbereitungen aus? Es gilt ja doch einiges zu durchdenken.
Ohne meine To Do-Listen wäre ich nichts. Hier ist alles vermerkt, was schon erledigt wurde oder noch ansteht. Angefangen von Kündigungen von Versicherungen, Mitgliedschaften, Zeitschriftenabos, der Kita über neue Reisepässe, internationale Führerscheine bis hin zu Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Die Hausapotheke muss genau geplant werden, die Auslandskrankenversicherung, eventuelle Visa müssen beantragt werden etc. Und schlussendlich die Frage: Was wird aus unseren zwei Autos, unserer Wohnung, unserem Hund? Da hatten wir großes Glück, denn meine Schwägerin ist auf Wohnungssuche und wird unsere Wohnung und den Hund in unserer Abwesenheit übernehmen. Wir haben das zum Anlass genommen, alles rauszuschmeißen, war nur geht. Und haben dabei festgestellt, in was für einem Konsumrausch wir in den letzten Jahren gelebt haben. So viele Klamotten, so viel Spielzeug, Bücher usw. Wir trennen uns aktuell von ganz vielen Dingen. Das tut sehr gut, befreit innerlich wie äußerlich und bereitet uns auch schon ein Stück auf unsere Backpacker-Zeit vor. Denn für 12 Monate wird jeder von uns nur einen Rucksack mit sich führen. Seit dem Tag, als wir uns für die Weltreise entschieden, überlegen wir jede noch so kleine Anschaffung ganz genau.

Vor euch liegen 12 Monate voll intensiver Familienzeit. Ist das nicht, neben den vielen neuen Impulsen die ihr bekommen werdet, vielleicht sogar das Schönste an eurer Weltreise?
Definitiv. Bei uns gingen alle drei Jungs mit einem Jahr in die Kita. Das war aus damaliger Sicht völlig in Ordnung, da wir arbeiten mussten. Doch auch da hat sich unsere Einstellung in den letzten zwei Jahren geändert. Wir möchten die Kinder nicht mehr bis nachmittags in der Betreuung lassen. Zwar haben wir als selbstständige Unternehmer viel Zeit mit den Kindern verbracht, da wir beruflich anders flexibel sind als Menschen, die beispielsweise im klassischen Angestelltenverhältnis arbeiten. Aber im Nachgang war es dennoch zu wenig. Das wollen wir jetzt ändern. Und zwar nicht nur für das Jahr auf Weltreise, sondern auch danach. Die gemeinsame Familienzeit ist das Wertvollste, was wir haben. Das heißt nicht, dass wir nicht auch unseren Beruf leben und lieben. Das muss aber in Zukunft anders funktionieren, so dass Job und Familienzeit sich noch besser vereinbaren lassen. Dieses eine Jahr Weltreise wird uns sicherlich verändern. Danach werden sich die Karten eh nochmals neu mischen. Aber in punkto Familienzeit sind wir nicht mehr bereit, Abstriche zu machen.

Wo werdet ihr eure Reise beginnen?
Wir starten in Mexiko. Von dort aus geht es nach Guatemala, Nicaragua, Costa Rica, Panama etc. Danach kommen zwei mögliche Routen in Frage: Entweder geht es über Kolumbien runter nach Feuerland oder es geht über Hawaii in Richtung Neuseeland, Australien und Asien. Das halten wir uns etwas offen.

Wie sieht es mit euren finanziellen Ressourcen aus?
Wir haben geplant, durch unser Online-Business monatlich so viel zu verdienen, dass wir die Reise davon bezahlen können. Natürlich haben wir auch Erspartes auf der hohen Kante. Dies soll jedoch nur im Notfall angebrochen werden. Wir haben ausgerechnet, dass wir in Ländern mit niedrigem Lebensstandard circa 2.000 Euro pro Monat benötigen werden. In teuren Ländern können das schon an die 5.000 Euro oder mehr sein. Im Prinzip planen wir eine low budget-Reise und gehen davon aus, diese mit unserem Online-Business finanzieren zu können. Unser Network-Marketing läuft ja bereits seit zwei Jahren und finanziert uns schon jetzt als erstes Standbein. Als zweites Standbein kommt aktuell das Online-Fitnessthema dazu. Das wird eine weitere Einkommenssäule darstellen. Auch sind wir momentan in einem tollen Coaching-Programm bei Stefan Leichsenring und Oliver Horlacher von „Focus on Family“. Sie helfen uns dabei, unsere Expertise in ein Online-Geschäftsmodell umzuwandeln, so dass wir theoretisch von überall auf der Welt arbeiten können.

Was sagen eure Kinder dazu, ab August für ein Jahr die halbe Welt entdecken zu können?
Die Kinder freuen sich sehr auf die gemeinsame Familienzeit. Der Älteste freut sich natürlich besonders darauf, nicht mehr in die Schule gehen zu müssen. Wobei wir mit ausgewählten Lernprogrammen auch von unterwegs lernen und etwas für die Schule tun werden. Die Kinder sollen schließlich nicht ganz raus kommen aus allem, sondern auch den Anschluss finden, wenn wir zurück sind. Dann freuen sich die Jungs natürlich noch auf ein Jahr Sommer, auf Fußballspielen am Strand usw. Und wir Eltern freuen uns darauf, denn Alltag einfach viel mehr auf unsere Kinder und ihre Bedürfnisse anzupassen. Kein Weckerrasseln jagt morgens müde Kinder aus dem Bett und jeder kann entsprechend seinem Biorhythmus leben. Allein das empfinde ich schon jetzt in meiner Vorstellung als unglaubliche Bereicherung.

Auf welchen Kanälen können wir euch während eurer 12 Monate Reiseabenteuer begleiten?
Unter www.5aufweltreise.de werden wir regelmäßig über unseren Alltag bloggen. Parallel dazu wird uns der regionale Fernsehsender Regio TV begleiten. Wir haben jetzt schon einige Interviews abgedreht, die ihr hier sehen könnt. Wenn wir unterwegs sind, werden wir mit dem TV-Team skypen, so dass alle News die Zuschauer in regelmäßigen Abständen erreichen. Bald wird auch mein Online-Fitnessprogramm www.susi-fitness.de an den Start gehen. Aber primär werden wir all unsere großen und kleinen Abenteuer auf unserem Blog mit den Menschen teilen. Darauf und natürlich auf den Start unserer Weltreise freue ich mich sehr. Das Leben ist einfach zu kurz für “irgendwann”.

Liebe Susi, herzlichen Dank für dieses spannende Interview und weiterhin gute Reisevorbereitungen sowie einen Traumstart in Euer gemeinsames Familienjahr auf Weltreise.

© Fotos: Susi Perrone

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