Die Erdmannshöhle in Hasel


Die Erdmannshöhle in Hasel bei Lörrach gehört zu den ältesten Tropfsteinhöhlen Deutschlands und entstand vor rund 135 Millionen Jahren, als sich Kalkschichten aus der Jurazeit langsam durch Wasser lösten und zu den heute sichtbaren Gängen und Hallen formten. Entdeckt wurde die Höhle bereits im 18. Jahrhundert und ist heute im Rahmen von Führungen zu besichtigen.

Die ersten Meter der Höhle sind noch weit und gut begehbar, doch schon bald verengt sich der Gang und das Abenteuer beginnt. Nun gilt es, sich zwischen Felsen hindurch zu schlängeln, Erwachsene müssen geduckt gehen. Nach wenigen Minuten erreicht man die „Krippe von Bethlehem“. Die Tropfsteine stehen so zueinander, dass sie tatsächlich an eine kleine, natürliche Krippenszene erinnern – mit einer Art Höhlenbogen darüber und mehreren Figuren, die wie Menschen und Tiere wirken. Kurz darauf führt der Weg weiter zum berühmten Erdmann, der der Höhle ihren Namen gab und wie eine kleine Gestalt am Wegesrand steht. Nun öffnet sich der mächtige Riesenstollen, der größten Raum der Höhle. Die Decke wölbt sich hoch und die Akustik verändert sich sofort. Hier hängen Tropfsteine wie Orgelpfeifen von der Decke, andere wachsen vom Boden nach oben und treffen sich zu mächtigen Säulen. Im weiteren Verlauf begegnen wir weiteren Formationen, begegnet man dem Elefant, dem Wächter oder dem Dom – ein Bereich mit hohen, säulenartigen Tropfsteinen. Besonders spannend ist der sich anschließende Kristallgang, dessen glitzernde Mineralablagerungen im Licht funkeln. Die Ablagerungen entstehen durch mineralreiche Wasserläufe, die über Jahrtausende hinweg winzige Kristalle abgelagert haben. Dieser Abschnitt wirkt fast märchenhaft und ist einer der fotogensten Orte der Höhle. Zum Abschluss der Führung verläuft der Weg durch einen Bereich mit jungen, zarten Tropfsteinen. Manche sind nur wenige Zentimeter hoch und werden viele tausend Jahre benötigen, bis sie eine mittlere Größe erreicht haben.

Rund um die Höhle bietet die Umgebung zusätzliche Möglichkeiten für einen entspannten Familientag. Direkt vor Ort beginnt ein kurzer, gut begehbarer Rundweg durch den Haseler Wald, der sich ideal für eine kleine Pause nach der Höhlenbegehung eignet. In der Nähe liegt außerdem der Wildgehege‑Park Wehr, wo Kinder heimische Tiere beobachten können. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, erreicht in wenigen Minuten die Burgruine Rötteln, die mit ihren Türmen und Mauern eine eindrucksvolle Ergänzung zum Höhlenbesuch bildet.

Mehr Informationen über die Erdmannshöhle erhaltet ihr hier.