Neu im Kino: Girls Don´t Cry


Mit „Girls Don’t Cry“ bringt die Regisseurin Sigrid Klausmann‑Sittler gemeinsam mit Co-Regisseurin Lina Lužytė einen eindrucksvollen Dokumentarfilm ins Kino, der Mädchen und junge Frauen aus verschiedenen Teilen der Welt begleitet. Der Film zeigt, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten dieser Frauen sind und wie ähnlich ihre Wünsche, Hoffnungen und Herausforderungen trotz aller kulturellen Unterschiede bleiben. Klausmann‑Sittler gibt den Protagonistinnen Raum, ihre Geschichten selbst zu erzählen: ungeschönt, nahbar und mit einer Klarheit, die lange nachwirkt.

Den Mittelpunkt dieses wunderbaren Films, der am 30. April in den Kinos angelaufen ist, bilden sechs junge Frauen, die an entscheidenden Wendepunkten ihres Lebens stehen: Nina aus Serbien, die in einer Roma‑Siedlung in Novi Sad, geprägt von Armut, Diskriminierung und fehlenden Bildungschancen, lebt. Nancy, die in Tansania in ein Schutzhaus flüchtete, um einer drohenden Beschneidung zu entgehen. Sinai aus Südkorea, die als professionelle BMX‑Fahrerin gegen Schönheitsideale und schulischen Leistungsdruck ankämpft. Selenna, die in Chile als Junge geboren wurde und als Trans-Mädchen ihren Weg trotz gesellschaftlicher Widerstände geht. Paige aus England, die im Alter von 15 Jahren Mutter wurde und mit sozialer Härte und Verantwortung kämpft. Und Sheelan, die als Jesidin aus dem Irak vor dem IS geflohen ist, in Tübingen lebt und deren Familie vom Genozid betroffen ist.

Im Film sprechen die Mädchen über ihre Träume, über familiäre Erwartungen, über gesellschaftliche Grenzen und darüber, wie sie ihren eigenen Weg finden wollen. Viele Szenen zeigen, wie wichtig Unterstützung, Vorbilder und sichere Räume für junge Menschen sind, egal, wo sie aufwachsen. Gezielt richten die Regisseurinnen Sigrid Klausmann-Sittler und Lina Lužytė den Blick auf Themen wie Bildung, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und den Mut, sich gegen Widerstände zu behaupten. Dabei gelingt es, den filmischen Inhalt nicht belehrend wirken zu lassen, sondern das Publikum neugierig zu machen und Empathie zu wecken. Der Film verzichtet bewusst auf dramatische Überhöhung und lässt stattdessen die leisen, echten Momente wirken. Gerade diese Zurückhaltung macht die Erzählungen so kraftvoll.

Unser Fazit: „Girls Don’t Cry“ ist ein ruhiger, eindringlicher und sehr menschlicher Film, der Mut macht und zum Weiterdenken anregt, der berührt und den Blick auf die Welt ein Stück erweitert. Der Film bietet eine wertvolle Gelegenheit, über Rollenbilder, Chancen und Herausforderungen junger Frauen nachzudenken und diese zu diskutieren. Er zeigt, wie unterschiedlich Lebenswege verlaufen können und wie wichtig es ist, Mädchen in ihrer Stärke zu sehen und ernst zu nehmen. Gleichzeitig macht er deutlich, wie viel Potenzial in diesen jungen Frauen steckt, wenn sie die Möglichkeit bekommen, sich frei zu entfalten. „Girls Don´t Cry“ ist ein Film für Jung und Alt und für alle Geschlechter, denn er macht spürbar, wie viel Zukunft entsteht, wenn Mädchen und junge Frauen nicht nur gesehen, sondern ernst genommen werden. Mehr Infos zu diesem beeindruckenden Dokumentarfilm erhaltet ihr hier.

 

„Girls Don’t Cry“

Regie: Sigrid Klausmann-Sittler, Lina Lužytė (Co‑Regie)
Drehbuch: Sigrid Klausmann-Sittler
Darstellerinnen: Nancy Julias Sureli (Tansania), Selenna Pérez (Chile), Nina Aklapi (Serbien), Sinai Oh (Südkorea), Paige Jordan (England), Sheelan Alomar (Irak/Deutschland)
Kamera: Justyna Feicht, Lina Lužytė, Thorsten Harms, Gabriel Díaz Allende
Schnitt: Gregory Schuchmann
Musik: Lea‑Marie Sittler
Produktion: Schneegans Productions GbR
Produktionsleitung: Walter Sittler, Amelie Bauer
Produktionsjahr: 2025
90 Minuten
FSK 12

Der Film entstand im Rahmen der Initiative „199 kleine Heldinnen“, gegründet von Sigrid Klausmann-Sittler & Walter Sittler.