Der Orchideenpfad bei Schlat
Der Orchideenpfad bei Schlat gehört zu den stillen Schätzen am Albtrauf. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell, warum dieser Abschnitt zwischen Haarberg und Wasserberg unter Naturschutz steht: Die Landschaft öffnet sich weit und im Frühsommer zeigen sich seltene Pflanzen, die man sonst nur aus Naturführern kennt. Das Besondere an diesem Gebiet ist der natürliche Lebensraum für mehrere wild vorkommende Orchideenarten. Sie wachsen hier, weil die Wiesen mager, sonnig und traditionell gepflegt sind – Bedingungen, die in vielen Regionen selten geworden sind.
Der Einstieg in den Pfad liegt oberhalb von Schlat, beispielsweise am Gairenhof. Von dort führt der Weg zunächst über Wiesen und vorbei an lichten Waldrändern. Besonders eindrucksvoll ist der Abschnitt, an dem die ersten Orchideen auftauchen. Je nach Jahreszeit zeigen sich verschiedene Arten – Helm- und Brand-Knabenkraut, auf Bocksriemenzunge und Fliegen-Ragwurz. Für Familien ist das ein schöner Anlass, gemeinsam genauer hinzuschauen und die Natur bewusst wahrzunehmen. Der Orchideenpfad liegt in einem sensiblen Magerrasen-Biotop, das gemäht oder beweidet wird. Dadurch können manche Pflanzenarten in einem Jahr zahlreich erscheinen und im nächsten kaum sichtbar sein. Der Weg verläuft nun weiter Richtung Wasserberghaus, das wie ein kleiner Aussichtsbalkon über dem Albtrauf liegt. Wer eine Pause braucht, findet hier einen idealen Ort zum Vespern und Durchatmen. Der Blick reicht weit über das Filstal, und an klaren Tagen kann man sogar die Kaiserberge erkennen. Der Weg ist streckenweise steil und kann rutschig sein, gute Schuhe sind also sinnvoll. Je nach Route ist man zwischen 1,5 und 3 Stunden unterwegs.
Wer genug gewandert ist, kann nun die Weinmanufaktur Geiger in Schlat besuchen, das den kleinen Ort am Albtrauf weit über die Region hinaus bekannt gemacht hat. Hier gibt es nicht nur Wein sondern auch Alkoholfreies zu verkosten, wie beispielsweise einen leckeren Traubensecco, der überregional sehr erfolgreich verkauft wird und eine wachsende Fangemeinde verzeichnen kann. Nach Absprache werden auch Führungen angeboten und der interessierte Laie lernt dabei viel über Reben, Lage, Verarbeitung und die Besonderheiten der Region. Der Familienbetrieb steht seit Jahren für hochwertigen Weinbau am Fuße der Schwäbischen Alb. Die Mischung aus regionaler Produktion, familiärer Atmosphäre und hochwertigen Produkten macht das Gut Geiger zu einem Ort, der sowohl für Weinliebhaber als auch für Familien interessant ist. Im Juli findet übrigens das große Geiger-Hoffest statt.