Erste Schritte, erste Schuhe


98 Prozent der Babys kommen mit gesunden Füßen zur Welt – zwei Drittel aller Erwachsener haben Fußprobleme. Wie man Kinderfüße gesund halten kann und was Ihr beim Kauf der ersten Schuhe beachten solltet, haben wir heute für Euch zusammengestellt.

Unsere Füße bestehen aus 26 Knochen – die Knochen beider Füße zusammen machen also fast ein Viertel der gesamten Knochen des Körpers aus. Im Lauf unseres Lebens machen wir ungefähr 150 Millionen Schritte. Das heißt, wir umrunden dreimal den Erdball. Das Gesündeste, was man für seine Füße tun kann, ist barfuß laufen. Aber das geht im Alltag natürlich nicht immer und überall, so dass bereits für Kleinkinder das erste Paar Schuhe nötig wird. Da Kinderfüße viel weicher und biegsamer sind, als die von Erwachsenen, lassen sich sich leider auch leichter in Schuhe zwängen, die eigentlich nicht ideal passen. Viele Kinder können selbst noch nicht einschätzen und äußern, ob ihnen ein Schuh wirklich passt oder nicht, da das Nervensystem der Kinderfüße noch nicht so empfindlich ist. Somit ist eine fachliche Beratung in einem guten Schuhgeschäft viel wert und sollte in Anspruch genommen werden.

Doch ab wann braucht ein Kind überhaupt „richtige“ Schuhe?

Für die ersten Steh- und Laufversuche zu Hause benötigt ein Kind keine Schuhe. Die Kinder sollten barfuß laufen oder rutschfeste Strümpfe tragen. Stehen jedoch erste Ausflüge ins Freie an, sollten Kinderschuhe angeschafft werden. Einige Eltern setzen dabei auf gebrauchte Schuhe. Experten räumen zwar ein, dass erste Schuhe kaum getragen bzw. abgelaufen werden, empfehlen aber dennoch, Schuhe generell neu anzuschaffen. Hintergrund ist der, dass jedes Kind sein eigenes Lauf- und Belastungsprofil hat, das sich beispielsweise innen in die Schuhsohle einprägt, auch wenn der Schuh äußerlich gar nicht abgelaufen erscheint. Manche Kinder haben breite Füße, andere einen hohen Spann, wieder andere laufen auf der Außen- oder Innenkante oder haben unterschiedlich große Füße. Schuhe können also auf ganz verschiedene Art und Weise abgelaufen werden, ohne dass wir dies bemerken. Deshalb die Empfehlung: Für jedes Kind einen eigenen Schuh. Schlussendlich bleibt die Entscheidung den Eltern überlassen. Sollten sich Eltern für Second Hand-Schuhe entscheiden, gilt es, ein Augenmerk auf die Sohle zu legen: Ist diese im Fersenbereich einseitig abgelaufen, sollte von einem Kauf abgesehen werden.

Der erste Schuhkauf

Vor jedem Schuhkauf muss die Schuhgröße der Kinder gemessen werden. Hierzu wird der entspannte, lockere Fuß mit langgestreckten Zehen auf ein Messgerät gestellt und die Schuhgröße ermittelt. Natürlich tut das Füße messen nicht weh, manche Kinder haben aber dennoch Angst davor oder gerade einfach keine Lust. In diesem Fall können sich Eltern mit einer Pappschablone behelfen und die Umrisse beider Kinderfüße (Achtung, Kinderfüße können unterschiedlich groß sein – manchmal sogar bis zu einer Schuhgröße oder mehr) auf Pappe aufzeichnen. Die Strümpfe können beim Zeichnen anbehalten werden. Die Schablone lässt sich nun beim Schuhkauf bequem in den Schuh stecken oder aber, die Innensohle des Schuhs wird herausgenommen und auf die Schablone gelegt. Übrigens ist es immer ratsam, die Füße nicht gleich am frühen Morgen nachzuzeichnen oder zu vermessen, da sie im Tagesverlauf dicker werden.

Doch wie wird in einem Schuhgeschäft festgestellt, ob ein Schuh wirklich passt? Nach dem Messen der Schuhgröße gilt bei der Schuhanprobe: Zwischen den längsten Zeh und die Schuhspitze sollte ein Daumen passen, dann passt auch der Schuh von der Länge her. Vor der Daumenprobe sollten die Kinder in den Schuhen herumlaufen, da sich dann ihre Zehen, die sie beim Schuhe anprobieren oft hochziehen, entkrampfen. Doch nicht nur die Länge ist entscheidend für einen gut sitzenden, bequemen Schuh. Auch die Breite muss geprüft werden, damit nicht etwa der kleine Zeh eingeklemmt wird. Desweiteren sollte der Schuh an der Ferse gut sitzen, damit diese nicht hin- und herrutscht. Viele Kinder haben einen relativ hohen Spann und es sollte stets darauf geachtet werden, dass Schuhe am Spann nicht zu fest sitzen. Auch die Zehen sollten Bewegungsfreiheit haben. Passt zwischen die Zehen und den Schuh ein Daumen, so verfügt der Schuh über die richrige Höhe. Ob ein Schuh wirklich passt, können Eltern auch nach dem Schuhkauf testen. Beim Wickeln einfach regelmäßig die Füße des Babys eincremen und prüfen, ob Rötungen oder Druckstellen vorhanden sind. Auch das regelmäßige Nägelschneiden macht den Einstieg in das Thema Kinderschuh angenehmer.

Das Material 

Das Material eines Kinderschuhs sollte weich und biegsam sein und jede Bewegung des Kindes mitmachen. Manche Schuhe haben dicke, wenig biegsame Sohlen oder aber ein hohes Gewicht, so dass Kinder beim Laufen schnell ermüden. Ein leichter Schuh, der idealerweise aus atmungsaktiven Materialen hergestellt und dennoch feuchtigkeitsabweisend ist, ist das Optimum. Steht der erste Ausflug in Schuhen an, ist es wichtig, dass Kinder die Möglichkeit haben, das Gehen in den Schuhen zu Hause zu üben. Nach dieser Übungsphase bieten sich kleine Strecken zu Fuß oder Spielplatzbesuche an, damit das Kind sich an seine ersten Schuhe gewöhnen kann. Auch wenn die Kinder älter werden und ihre eigenen Vorstellungen von modischen Schuhen haben, sollte beim Schuhkauf nie auf eine fachliche Beratung, das Vermessen der Füße sowie auf einen qualitativ hochwertigen Markenschuh verzichtet werden. Schmerzende Füße können schon bei Kindern zu einer falschen Haltung und in der Folge zu Rücken- und Gelenkschmerzen führen.

Kinderfüße wachsen in Schüben

Aus diesem Grund sollte die Schuhgröße regelmäßig überprüft werden. Bei Kindern zwischen einem und drei Jahren am besten alle zwei Monate, da auch zu enge Strümpfe unangenehm sind. Bei Kinder zwischen drei und sechs Jahren sollte die Schuhgröße alle vier Monate gemessen werden. In viele Schuhgeschäften, beispielsweise bei Deichmann, gibt es kostenlose Messvorlagen, mit denen die Schuhgröße zu Hause bequem ermittelt werden kann. Alternativ können Pappschablonen angefertigt werden, um festzustellen, ob die Füße gewachsen sind.

Wir haben übrigens sehr gute Erfahrungen mit folgenden Schuh-Marken gemacht: Elefanten, Superfit und Ricosta bzw. Ricosta Pepino. Mehr Informationen zum Thema Kinderfüße und -schuhe erhaltet Ihr hier: www.kinderfussgesundheit.de.

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