Das Gruselhaus von Geislingen


Das Halloween-Spezial schlechthin finden kleine und große mutige Geisterjäger in Geislingen-Eybach: Ein Gruselhaus erster Klasse, selbst gestaltet von Besitzer Aytac Ece.

In die idyllische Rösgasse einbiegend erwarten Besucher eigentlich nichts Böses, doch das Unheil nimmt nach ein paar Metern seinen Lauf: Begrüßt vom echten Easy Rider, einem Skelett auf einem verkohlten Chopper, und einem gruseligen Kutscher, dessen Fracht auf der Horrorkutsche mehr tot als lebendig eine Hand aus dem Sarg reckt, findet sich der Besucher schon bald auf dunklen Abwegen wieder – durch Holzpflöcke bahnt er sich seinen Weg durch die Garage von Aytac Ece, wo ihn kreischende Skelette, Zombies, Spinnennetze und Täuschungen im Spiegel erwarten. Wer das überstanden hat, ist froh, seinen Weg wieder im Tageslicht fortsetzen zu können. Ein kurzer Aufstieg und schon darf man sich mit den Piratenskeletten messen, bevor der gewagte Griff in die lohnende Schatzkiste möglich ist. Über allem wacht, inmitten von unheimlich raschelndem Mais, eine überdimensionale Riesenspinne mit passendem Netz, die den Weg zum Friedhof mit Skeletten und Grabsteinen nur ungern freizugeben scheint. Nun folgt das Tor zur Hölle, die natürlich mit nicht weniger gespenstischen Gestalten bestückt ist. Und nachdem der Besucher den nachtschwarzen engen Höllengang passiert hat und sich in vermeintlicher Sicherheit wiegt, endlich alles überstanden zu haben, spielt die mumifizierte Klavierspielerin auf und bittet zum Tanz. Das Ende des überaus gelungenen Rundgangs und die Tatsache, den Bewohnern des Gruselhauses unbeschadet entronnen zu sein, lässt uns gern Geld in die Spendenbox werfen, deren Inhalt ausschließlich gemeinnützigen Zwecken, beispielsweise der hiesigen Grundschule und einem Hospiz, zugute kommt.

Im Gespräch mit Aytac Ece erfahren wir, dass dieser bereits ein halbes Jahr vor Halloween mit den Dekorationsarbeiten beginnt, jedes Jahr unter einem anderen Motto. Von der zahlreichen Requisiten bekomme er einiges geschenkt, vieles sei aus dem eigenen Bestand. Die Bauer liefern ihm den Mais. Sogar seine Freundin, die er, wie könnte es anders sein, bei der großen jährlichen Halloweenfeier am Gruselhaus kennengelernt hat, ist mit von der Partie, dekoriert, streicht, bastelt und führt die Gäste umher. Am 31. Oktober ist dann endlich der große Tag gekommen und mittlerweile versammelt sich das halbe Dorf am Gruselhaus von Aytac Ece. Besonders der Chopper vor seiner Tür sorgt für Aufsehen, ist er seinem Besitzer doch an einer Ampel quasi „unter´m Hintern abgebrannt„, wie uns der sympathische Herr über die Höllenbewohner und Geisterpiraten erzählt. „Hat wohl so sein sollen, jetzt habe ich noch mehr Deko.“, sagte Ece und posiert für unser Foto vor dem Easy Rider-Skelett mit amerikanischer Flagge. Ob es innen in seinem Haus auch so schaurig-schön aussehe, wollen wir natürlich wissen. Da lacht der Schlossherr und weiht uns in seine Pläne ein. Im privaten Wohnhaus solle demnach ein Wikingerzimmer entstehen und ein Fitnessraum, der wie ein Folterkeller eingerichtet ist. Die privaten Räumlichkeiten seien jedoch nicht für die Allgemeinheit bestimmt. Damit die Öffentlichkeit aber nicht auf kommende Highlights verzichten muss, baut Ece schon an der nächsten Attraktion im Gruselgarten: Einer eigenen Geisterbahn für die kleinen Halloween-Fans. Und die Nachbarn? „Die finden´s super!“, erzählt Aytac Ece. Und seien nicht nur tolle Unterstützer, sondern auch gute Lehrmeister in Sachen Geschichte. Denn mit so manchem nicht ganz korrekten Mythos um Graf Dracula räumten die rumänischen Nachbarn schnell auf.

Das Gruselhaus von Aytac Ece hat sich mittlerweile auch über die Ländle-Grenzen einen Namen gemacht. So habe er bereits Gäste aus Hamburg und Magdeburg begrüßen dürfen, sogar aus Frankreich hatten Besucher ihm und seinen Geistern die Aufwartung gemacht.  Wenn ihr das Gruselhaus besuchen möchtet, macht euch auf nach Geislingen-Eybach in die Rösgasse. Aber Vorsicht, ein Rundgang ist nichts für schwache Nerven. Am Halloween-Abend werden erfahrungsgemäß einige hundert Samhain-Fans am Gruselhaus zusammenkommen und auch die Wartezeiten für den Rundgang können etwas länger, aber bestimmt nicht langweilig, sein. Ansonsten kann das Halloween-Spektakel natürlich auch tagsüber besichtigt werden. Selbst im strahlenden Sonnenschein bleibt die gruselige Atmosphäre erhalten, wenngleich die Abendstunden selbstverständlich besonders geeignet für einen Besuch bei Gruselmeister Aytac Ece sind.