Besuch bei Ostheimer Spielzeug


Der Name Ostheimer steht für handgefertigte Holzfiguren und Kinderspielzeug. Wir freuten uns sehr, als wir diesem traditionsreichen Unternehmen einen Besuch abstatten und bei einer Führung alles Wissenswerte über die Produktion und den Vertrieb dieses besonderen Spielzeugs erfahren konnten. Und als die Kinder am Schluss ihr eigenes Haflinger-Fohlen aus Holz bemalen und mit nach Hause nehmen durften, waren alle sehr erfüllt und zufrieden.

© Ostheimer

Am Fuße der Schwäbischen Alb, in Zell unter Aichelberg, hat die Firma Margarete Ostheimer ihren Sitz. 35 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, davon sind fünf Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung vorhanden. Über 100 Mitarbeiter sind darüber hinaus in Behinderteneinrichtungen bzw. -werkstätten mit der Produktion von Ostheimer-Holzfiguren beschäftigt. Jedes Ostheimer-Produkt ist ein Unikat und wird komplett von Hand gefertigt, sprich gesägt, geschliffen, bemalt und geölt. All diese Produktionsschritte durften wir uns bei Ostheimer live und im Rahmen einer spannenden Führung, die extra auf Kinder ausgerichtet war, ansehen. Hans-Jürgen Weller, ehemaliger Werkstattleiter des Spielwarenproduzenten, hatte dabei viel Zeit und Einfühlungsvermögen und beantwortete jede noch so kleine Frage der Kinder geduldig und ausführlich. Überhaupt wirkte das Miteinander aller Angestellten sehr familiär und freundschaftlich und wir fühlten uns von A bis Z wohl.

Im Lager erfuhren wir von Herrn Weller einiges über die verschiedenen Hölzer, die für die Spielzeugproduktion verwendet werden, die ausschließlich aus nachhaltiger Holzwirtschaft stammen. Holzreste werden zum Heizen der Firmenräumlichkeiten genutzt. Die meisten Ostheimer-Spielzeuge werden aus Bergahorn hergestellt. Für einen kleinen Teil der Produktion werden Erle, Esche und Lindenholz genutzt. Anhand eines Pferdchens demonstrierte Herr Weller den kompletten Entstehungsprozess vom Rohling bis zum fertigen Produkt. Von Hand wurde mit Hilfe einer Schablone die Kontur des Pferdchens auf das Holz gestempelt. In rasanter Geschwindigkeit sägten dann die erfahrenen Mitarbeiter der Produktion das Pferdchen gekonnt aus dem Brett. Im Anschluss daran erhielt das Haflinger-Fohlen seinen letzten Schliff, der ihm eine lebendige Kontur verlieh. So wurden beispielsweise die Ohren definiert und die Flanken und der Kopf in Form geschliffen. Faszinierend fanden wir das Bemalen der Tiere, da dies ebenfalls eine sehr filigrane Arbeit ist, die die erprobten Mitarbeiter dennoch in kürzester Zeit in liebevoller Handarbeit erledigten. Nachdem das Holzpferdchen geölt worden war, erhielt es seinen Schweif und wurden dann nochmals kritisch in der Endkontrolle begutachtet. Denn jeder Pinselstrich, jede Kontur muss vorlagengetreu sein und darf keine Abweichungen aufweisen. Selbstverständlich wird bei Ostheimer ausschließlich mit ungiftigen, zertifizierten Farben und Ölen gearbeitet. Die Firma Ostheimer vertreibt ihre Produkte im In- und Ausland und ist schon seit vielen Jahren weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Dabei spielen die Nachhaltigkeit der Produkte, die Verantwortung, Kindern ein gesundes, naturbelassenes Spielzeug für kindgerechtes Spiel zu schenken sowie das soziale Miteinander innerhalb der Firma die wichtigste Rolle, erzählte uns Hans-Jürgen Weller.

Für unsere kleinen Künstler ging es nun in die Malstube, wo sie ihr persönliches Haflinger-Fohlen gestalten durften. Kunterbunte Kreationen kamen dabei heraus und die Kinder hatten viel Freude beim Bemalen ihrer ganz persönlichen Ostheimer-Figur. Im Ostheimer-Shop staunten wir abschließend über die wunderschöne Auswahl an unterschiedlichem Holzspielzeug. Besonders beeindruckend fanden die Kinder die Engel, Bischöfe und Krippenfiguren. Aber auch die Tiere des Waldes, die Einhörner oder die Ritterburg mit kleinen Kanonen aus Holz sorgten für Begeisterung. Da konnten auch wir Erwachsenen nicht widerstehen und tätigten den ein oder anderen Einkauf. Das Preis-/Leistungsverhältnis für dieses hochwertige Spielzeug empfanden wir, erst recht nachdem wir in der Führung die aufwändigen Produktionsschritte und die einhundertprozentige Handarbeit erleben durften, als sehr angemessen.

Der Besuch bei Ostheimer hat uns sehr beeindruckt. Es tut gut zu wissen, dass es Firmen wie Ostheimer gibt, die ihre Produktionsprozesse komplett offen legen und für die Begriffe wie Nachhaltigkeit und Verantwortung mehr als nur attraktive Marketingschlagworte sondern ein echter Auftrag sind. Und für die die Integration behinderter Menschen, ein sparsamer Umgang mit Ressourcen und eine Bewahrung des Produktionsstandorts Deutschland ein tatsächliches Anliegen ist. Mehr Informationen über Ostheimer und das wunderbare Holzspielzeug erhaltet Ihr hier.

© Titelbild: Ostheimer

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