In der Höhle der Löwen


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Rocky Wüst ist ein waschechter Hamburger Jung. Als ich Rocky, mit dem ich eine Weile gemeinsam für eine Frankfurter Unternehmensberatung gearbeitet habe, kürzlich mit seinem Geschäftspartner Dr. Mudar Mannah in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ sah, habe ich ihn gleich für dieses Interview in Beschlag genommen. 

Lieber Rocky, eure Geschäftsidee, veganen Käse herzustellen, die ihr in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ vorgestellt habt, traf auf großes Interesse. Wie habt ihr Euch auf die Sendung vorbereitet? 

© MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Eigentlich sehr wenig. Wir hatten alle Hände voll zu tun damit, unser Unternehmen zum Laufen zu bringen und die Probleme bei der Produktion zu lösen. Sehr gut haben uns die Redakteure von Sony Pictures unterstützt. Sie haben einen Rahmen für den Pitch entworfen und wir konnten gut darauf aufbauen und gemeinsam einen tollen Auftritt planen. Dass ich dazu in einem Käsekostüm auftrete, war eine spontane Idee. Ich hatte das Crowdfundingvideo über die fairen und nachhaltigen Einhorn-Kondome der beiden Startup-Gründer Philip und Waldemar gesehen, fand es witzig und dachte, dass kann man sicherlich auch mit Käse. Kurz bei Amazon geschaut und schon war die “Kein Käse”-Idee geboren.

In der Sendung habt ihr einen Deal mit den Löwen gemacht, der final jedoch nicht zustande kam. Was waren die Gründe dafür und was habt ihr eurem Auftritt in der Sendung mitgenommen?

Die Gründe waren vielschichtig, lassen sich aber ganz gut zusammenfassen mit: es hat nicht zusammengepasst. Frank Thelen und Carsten Maschmeyer sind strategische Investoren mit einem sehr guten Netzwerk in den klassischen Lebensmitteleinzelhandel und dem Wunsch ein schnell skalierbares Geschäftsmodell zu unterstützen. Wir sahen das Produkt aufgrund der Zielgruppe und den begrenzten Produktionskapazitäten eher beim Fachhandel und einem langsamen Wachstum. Mitgenommen haben wir wichtige Impulse, konkrete Unterstützung bei der Weiterentwicklung von Happy Cheeze und die Erkenntnis, dass man sich für einen solchen Weg unbedingt einig über die weitere Strategie sein sollte.

Wie wird es mit Happy Cheeze weitergehen? Der Markt veganlebender Konsumenten wächst ja immer mehr…

© Kim-Alexandra von think less

Happy Cheeze wird weiterhin an leckeren veganen Lebensmittelalternativen arbeiten und mit Mudars Produktgespür auch sicherlich noch für das ein oder andere schmackhafte Produkt, wie zum Beispiel eine fermentierte Pflanzenmilch oder andere leckere Sorten bei den Käse-Alternativen, sorgen. Der Markt wird sich wahrscheinlich weniger langsam und doch gefestigt weiterentwickeln. Das Thema Lebensmittelalternativen zu bestehenden tierischen Produkten bleibt nicht nur für Veganer, sondern auch für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten ein wichtiges Thema und somit Feld für Entwicklungen. Ich selbst bin nicht mehr bei Happy Cheeze an Bord. Als Experte für die Aufbauphase eines Unternehmens war mein Auftrag bei der Happy Cheeze GmbH, Kapitalgeber zu gewinnen, die Unternehmensstrukturen zu schaffen sowie das Team und die Produktion gemeinsam mit Mudar aufzubauen. Eben all die Aufgaben, welche, neben der Produktidee, für den Erfolg eines Unternehmens relevant sind. Diese Aufgabe war von Anfang an zeitlich begrenzt und Ende Juli hat Mudar dann das Ruder wieder übernommen.

Was tust Du noch, wenn Du nicht gerade veganen Käse kreierst? Du hast ja bereits in der Vergangenheit erfolgreich verschiedene Firmen gegründet bzw. Startups unterstützt.

Das werde ich auch zukünftig tun. Derzeit konzentriere ich mich auf die Abwicklung der Euphorix GmbH, einem Hersteller von Spezialdrohnen, sowie dem Aufbau von neuen Unternehmen, so beispielsweise eine Handelsplattform für Gesundheitsprodukte. Auch ein spannendes, großes Projekt im Lebensmittelbereich steht auf dem Plan. Es macht mir sehr viel Freude, bei der Hürde von der Idee zur Umsetzung und vor allem sinnvolle und nützliche Unternehmen zu unterstützen. Darauf werde ich auch in Zukunft den Fokus legen. Getreu dem Motto: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Du bist Pilger auf dem Jakobsweg gewesen. Wie hat Dich Deine Pilgerzeit verändert und Einfluss auf Dein Business und Dein Familienleben genommen?

© Privat, Rocky Wüst

Dazu habe ich seit 4 Jahren einen Blogeintrag im Entwurf. Die Zeit auf dem Jakobsweg war eine der schönsten und wichtigsten meines Lebens und ich bin meiner Frau noch immer sehr dankbar, dass sie mir dies ermöglicht hat. Eine wichtige Erkenntnis war: Verschwende keine Zeit mit Oberflächlichkeiten. Die Frage: “Warum bist Du auf dem Jakobsweg?” hat sehr schnell zu einem tiefen Austausch über das Warum und die Fragestellungen des Gegenübers ermöglicht. Das war oft sehr spannend. Insgesamt bin ich ruhiger geworden und, auch wenn es phrasenhaft klingt, sehe ich nun mehr den Weg, als das Ziel. Zu Beginn des Jakobswegs lief ich möglichst viele Kilometer am Tag, da ich wohl glaubte, je schneller ich am Ziel bin, desto schneller kommt die Erkenntnis. Ich wurde von Tag zu Tag langsamer und war am Ende sogar in der Lage, mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Für mein Privatleben und auch für mein Business habe ich verstanden, dass es wichtig ist, die richtigen Menschen zur Seite zu haben. Du kannst 800 Kilometer laufen, einen gemeinsamen Lebensweg gehen oder ein gemeinsames Unternehmen gründen, wenn Du eine gemeinsame Basis hast und akzeptieren kannst, dass jeder Mensch seine eigene Geschwindigkeit hat. Auch wenn diese nicht die gleiche ist wie die eigene, kann man dennoch gemeinsam ein Ziel erreichen.

Was tust Du gern in Deiner Freizeit und was lieben Deine Kinder besonders an Dir?

Ich lese sehr viel und gern und bereite mich auf einen Triathlon vor. Puh, was meine Kinder an mir lieben… da hat sicher jeder eine eigene Präferenz. Ich vermute, dass sie es zu schätzen wissen, viel Raum für sich und ihren Standpunkt bzw. für ihre Interessen zu haben. Da ich selbst gern Vorschriften und ein vermeintliches „Das muss so sein“ in Frage stelle, machen das meine Kinder ebenfalls gern und oft. Und die Kids lieben, dass sie mit mir, zum Ärger meiner Frau, toben und Kissenschlachten machen können.

Was unternimmst Du mit Deinen Kids am liebsten?

© Simon Heydorn Photography

Es ist weniger ein konkretes unternehmen, als ein Lebensgefühl. Wir mögen es, am Wochenende einfach mal bis zum Mittag im Schlafanzug Lego zu bauen, in der Natur Dinge zu entdecken oder auch, dass jeder seiner ganz individuellen Beschäftigung nachgehen kann. Es ist immer wieder bemerkenswert, mit welchen Entdeckeraugen Kinder durch die Welt gehen. Da staunen wir dann oft gemeinsam.

Welche Projekte dürften wir in Zukunft von Dir erwarten?

Einige. Nach den letzten Jahren Vollgas habe ich jetzt allerdings noch bis Ende des Jahres eine Auszeit, um den Wert Familie und Freunde wieder zu pflegen. Ansonsten gibt es spannende Projekte im Lebensmittel- oder auch Gesundheitsbereich. Gern erzähle ich bei einem weiteren Interview mehr darüber.

Was ist Dein größter Traum, privat sowie aufs Business bezogen?

Das ist für beide Bereiche, dass ich stolz auf das bin, was ich tue und dass die Menschen, die mir wichtig sind, mich schätzen. Gleichwohl auf Familie und Business bezogen wünsche ich mir, dass wir ein zufriedenes, abwechslungsreiches und gesundes Leben leben können.

Deine abschließenden Gedanken?

Mir wird während dieses Interviews wieder einmal bewusst, wie stark die erfolgreiche Entwicklung bei FRECH & WUEST und den vielen Projekten der letzten Jahre vor allem auch von meiner Familie getragen wurde. Wir haben gerade in der Zeit des Aufbaus von Happy Cheeze viel auf gemeinsame Familienzeit bzw. Zeit zu zweit verzichtet und meine Frau war im Grund genommen alleinerziehend mit drei Kindern und Hund. Wir leben in der Nähe von Rostock und ich war während der Woche und auch oft an den Wochenenden in Hamburg oder Cuxhaven. Meine Frau hat mir hier immer den Rücken frei gehalten, was ich unglaublich schätze. Ohne sie und ihre Unterstützung wäre mein beruflicher Erfolg parallel zum Familienleben kaum möglich gewesen. Auch, dass ich den Jakobsweg gehen konnte, verdanke ich meiner Frau, die mir diese Zeit ermöglicht hat, durch ihren Verzicht. Dafür bin ich sehr dankbar.

Lieber Rocky, vielen Dank für dieses spannende Gespräch und weiterhin toi toi toi für all Deine Projekte und tollen Ideen!

Vielen Dank an Euch und Eure spannenden Fragen!

Hier könnt Ihr Euch den Auftritt von Happy Cheeze bei „Die Höhle der Löwen“ nochmals ansehen. Zur Website von FRECH & WUEST geht es hier entlang. Mehr Infos über Happy Cheeze findet Ihr auf www.happy-cheeze.com. Dr. Mudar Mannah war übrigens zu Gast bei der NDR-Sendung „Mein Nachmittag“. Hier geht es zur Ausstrahlung.

 

Titelbild: © MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

 

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