Offene Baustelle Stuttgart 21


Am Osterwochenende öffnet Stuttgart 21 erneut die Tore und lädt Familien, Architekturinteressierte und Technikbegeisterte dazu ein, einen Blick hinter die Kulissen eines der größten Infrastrukturprojekte Europas zu werfen und das Gelände rund um den entstehenden Tiefbahnhof zu erkunden. Über 500.000 Menschen haben die Baustelle seit Einführung des ersten Publikumstags im Jahr 2016 besucht.

Im Vergleich zum Tag der offenen Baustelle 2025 sind auf dem Dach des neuen Durchgangsbahnhofs mittlerweile alle 27 Lichtaugen, die jeweils aus 32.000 Einzelteilen bestehen, fertiggestellt. Diese markanten Öffnungen dienen dem Einfall von Tageslicht in die unterirdische Bahnsteighalle und prägen schon jetzt das Erscheinungsbild des entstehenden Bahnhofs. Von mehreren Aussichtspunkten lässt sich gut erkennen, dass die Gleise in der neuen Halle bereits vollständig verlegt wurden und wie sich die zukünftigen Wegeführungen präsentieren werden – ein spannender Einblick in die Mobilität der Zukunft. Ein weiterer Höhepunkt ist die Modernisierung des historischen Bonatzbaus. Das denkmalgeschützte Gebäude, das den Stuttgarter Hauptbahnhof seit über einhundert Jahren optisch prägt, ist nach umfangreichen Umbauten erstmals wieder großflächig zugänglich. Teile der Ebenen 0 und 1 können begangen werden und vermitteln einen Eindruck, wie das Gebäude künftig Gastronomie, Serviceangebote und moderne Aufenthaltsbereiche integrieren wird. Auch die bereits im vergangenen Sommer enthüllte Gitterschale kann von außen besichtigt werden. Und der Eröffnungstermin? Experten säßen zusammen und glichen die einzelnen Gewerke und ihre Schnittstellen miteinander ab, so Bernhard Bauer, Vorsitzender des Vereins Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e.V. „Im Juni kann hoffentlich ein endgültiger Termin bekannt gegeben werden“, zeigt sich Bauer auf der Führung für Medienvertreter zuversichtlich. Dass das hohe Interesse an Stuttgart 21 trotz der Verzögerungen rund um die Inbetriebnahme des Bahnhofs ungebrochen zu sein scheint, zeigen die geschätzten Besucherzahlen für den Ostersamstag: Mehr als 25.000 Menschen werden allein an diesem Tag zur Begehung der Großbaustelle erwartet.

Entlang der Besucherroute informieren zahlreiche Stände über Technik, Stadtentwicklung und die künftige Rolle des Projekts für die Region. Mitarbeitende verschiedener Partner, darunter das Städtebauprojekt Rosenstein, die S‑Bahn Stuttgart und weitere Beteiligte, stehen interessierten Gästen für Gespräche zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch Foodtrucks und musikalische Beiträge. Kinder können in einem Simulator ausprobieren, wie es sich anfühlt, eine S‑Bahn zu steuern. Eine Zug-Hüpfburg, eine Quizrallye, Fotoboxen, Glücksrad und Fahrzeugparcours sowie Breakdance‑Acts, Jonglage und kleine Shows von SeeArts‑Künstlern sorgen für Unterhaltung. Es werden Süßigkeiten verteilt und natürlich versteckt der Osterhase traditionell Eier auf dem gesamten Gelände, die die Kinder suchen können. Der Zugang zur Baustelle ist kostenlos, erfolgt jedoch über vorab gebuchte Zeitfenster, um den großen Andrang zu steuern. Pro Tag stehen mehrere zehntausend Tickets zur Verfügung. Wer heute keinen Platz mehr bekommt, hat am Sonntag und Montag noch einmal die Chance, das beeindruckende Großprojekt Stuttgart 21 aus nächster Nähe zu erleben. „Es ist eine Freude zu sehen, mit wie viel Neugier und Interesse die Menschen auf die Baustelle kommen, um sich mit eigenen Augen ein Bild von dem Baufortschritt des komplexen Projekts zu machen und sich mit den Fachleuten auszutauschen“, fasst Bernhard Bauer seine Eindrücke vom ersten Eventtag zusammen.

Hier erhaltet ihr mehr Informationen zum Tag der offenen Baustelle 2026.