Im Interview: Kürbisprofi Volker Jokiel


Auch in diesem Jahr haben wir die Kürbisausstellung in Ludwigsburg besucht, die unter dem Motto „Let´s Play“ stand. Besonders spannend: Der Kürbisschnitzwettbewerb, bei dem Künstler in wenigen Stunden ihrem zugelosten Kürbis ein Gesicht geben und ihre Platzierung durch die Stimmen der Besucher erreichen. Bei jedem Wettbewerb dabei ist der Schorndorfer Volker Jokiel, der mit seinen geschnitzten Kunstwerken in den vergangenen Jahren stets den ersten oder zweiten Platz belegte.

Lieber Volker, wer bist du und was machst du?
Ich bin der Volker, bin hauptberuflich Architekt, prüfe Baugesuche und zur Kürbissaison schnitze ich Kürbisgesichter im Blühenden Barock in Ludwigsburg.

Wie bist du zum Kürbisschnitzen gekommen?
Meine Schwester hatte mich mal gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit meinen Nichten Kürbisse zu schnitzen. Das wollte ich natürlich nicht unvorbereitet tun und habe im Internet nach Vorlagen gesucht und bin so auf die realistisch geschnitzten Gesichter gestoßen. Das musste ich dann einfach ausprobieren.

Hast du dir die Techniken selbst beigebracht?
Ich habe mir die Techniken selbst beigebracht und kannte anfangs auch niemanden, den ich hätte fragen können. Den ersten Kürbis habe ich bei meinem Vater zuhause am Esstisch mit günstigem Werkzeug geschnitzt. Ich kann mich noch erinnern, wie die Klinge im Fruchtfleisch immer hängen blieb und ich nur noch den Griff vom Werkzeug in der Hand hatte.

Wie entsteht die Idee für ein neues Kürbiskunstwerk?
Am liebsten durch Grimassen, die mir Kinder vorschlagen.

Was ist die größte Schwierigkeit beim Arbeiten mit Kürbissen?
Eindeutig den ganzen Kürbisschlodder von den Details zu entfernen. Vor allem im geschnitzten Mund zwischen den Zahnspalten.

Was macht die Atmosphäre bei der Kürbisausstellung in Ludwigsburg so besonders?
Die Aussicht auf das schöne Schloss mit Brunnen und dazu die Leute, die sich für die geschnitzten Kürbisfratzen begeistern.

Seit Jahren belegst du mit beim Kürbisschnitzwettbewerb den ersten oder zweiten Platz. Welche Reaktionen der Besucher freuen dich am meisten?
Die Reaktionen beim Wettbewerb bekomme ich leider gar nicht so genau mit, weil ich Vollgas geben will. Aber am Wochenende in der Schnitzhütte ist es jedes Mal was ganz besonderes, während des Schnitzens das halbfertige Werk ab und zu den Besuchern hinzudrehen. Die Reaktionen der Kinder und auch der Erwachsenen ist der Grund, warum ich so gerne Kürbisse schnitze.

Gibt es ein Kunstwerk, das dir persönlich besonders am Herzen liegt?
Natürlich bin ich stolz auf meinen ersten geschnitzten Riesenkürbis, den Gorilla, mit dem ich das erste Mal beim Schnitzwettbewerb in Ludwigsburg gewonnen habe. Und jedes Jahr landet ein besonders gelungenes Kürbisgesicht bei mir im Ranking als Lieblingskürbis.

Wenn du einen Kürbis schnitzen würdest, der deinen Charakter symbolisiert: Wie würde er aussehen?
Das ist mal eine Frage, die nicht so häufig gestellt wird. Ich glaube, dass sich der Charakter in jedem geschnitzten Kürbis etwas widerspiegelt.

Lieber Volker, vielen Dank für das interessante Interview.

Im nächsten Jahr könnt ihr Volkers Schnitzkunst ab Ende August 2027 bei der Kürbisausstellung im Ludwigsburger Schloss erleben. Dort gibt es Mitte Oktober 2027 dann wieder den großen Schnitzwettbewerb.

Und wer nach Halloween noch fit ist, ist herzlich ins Ludwigsburger Schloss zum großen Kürbisschlachtfest eingeladen. Dieses findet am 1. November 2026 ab 12 Uhr zum Abschluss der diesjährigen Kürbisausstellung statt. Nachstehend einige Impressionen vom diesjährigen Motto „Let´s Play“.

 

 

© Titelbild: Volker Jokiel