Palais der Kinderrechte


Am 15. November 2026 erhalten Familien eine besondere Gelegenheit, Geschichte, Demokratie und Kinderrechte auf spannende Weise zu erleben. Im StadtPalais, dem Museum für Stuttgart, treffen verschiedene Themen aufeinander, die zeigen, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind: die berühmte Speech of Hope von 1946 und der Aktionstag „Palais der Kinderrechte“.

Nur wenige Orte in Deutschland können von sich behaupten, Schauplatz eines historischen Wendepunkts von internationaler Bedeutung gewesen zu sein. Stuttgart gehört dazu. Denn am 6. September 1946 hielt der amerikanische Außenminister James F. Byrnes im Stuttgarter Opernhaus eine Rede, die später als Speech of Hope, also als Rede der Hoffnung, bekannt wurde. Denn nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs lebten viele Menschen in Deutschland in Unsicherheit. Die Städte waren zerstört, die politische Zukunft unklar und die Versorgungslage schwierig. In seiner Ansprache kündigte Byrnes eine neue Richtung der amerikanischen Deutschlandpolitik an, die Unterstützung beim Wiederaufbau, Eigenverantwortung und demokratische Entwicklung in den Mittelpunkt stellte. Byrnes Worte vermittelten vielen Menschen erstmals die Aussicht auf eine bessere Zukunft und stärkten die Hoffnung auf Selbstverwaltung und eine Rückkehr Deutschlands in die Gemeinschaft demokratischer Staaten. Der Glaube an Demokratie und friedliches Zusammenleben als Werte, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben, wuchs.

Doch wer von Demokratie spricht, der spricht auch von Menschenrechten. Und genau hier schlägt das Stuttgarter StadtPalais den Bogen zur Gegenwart und ruft am Sonntag, den 15. November 2026 den „Palais der Kinderrechte“ ins Leben, der an die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention erinnert. Diese wurde 1989 beschlossen und hält fest, dass Kinder eigene Rechte besitzen: das Recht auf Bildung, Schutz, Beteiligung, Gesundheit, Freizeit und eine sichere Entwicklung. Unter dem Stichwort der Beteiligung ist den Machern des Palais der Kinderrechte dabei besonders wichtig, dass Kinder nicht nur Zuhören, sondern auch Mitmachen dürfen. Und das funktioniert am besten spielerisch. Der Aktionstag beginnt um 13.30 Uhr und bietet Kindern ab circa fünf Jahren ein abwechslungsreiches Programm, das Kinderrechte erlebbar macht. Statt trockener Informationen stehen Mitmachaktionen, Kreativität und gemeinsames Entdecken im Mittelpunkt: vielfältige Spielstationen rund um Kinderrechte, kreative Bastelaktionen, Kindertheater, Bücher drucken und gestalten, Kinderrechte-Glücksrad, Informations- und Mitmachstände verschiedener Organisationen, musikalische Programmpunkte, Austausch mit Initiativen, die sich für Kinder einsetzen, sowie ein gemeinsamer Laternenlauf zum Platz der Kinderrechte in der Kronprinzstraße als Abschluss des Tages. Das Palais der Kinderrechte findet in Zusammenarbeit mit dem Kinderbüro und dem Jugendamt der Stadt Stuttgart statt. Der Eintritt zum Aktionstag ist frei. 

©StadtPalais Stuttgart

Am Samstag, den 21. November 2026 wartet ein weiteres Highlight: das StadtPalais lädt zur „Nacht im Palais“ ein. Sobald das Museum am Abend seine Türen für den regulären Betrieb geschlossen hat, beginnt ein ganz besonderes Abenteuer und das Foyer verwandelt sich in ein großes Indoor-Camp. Mit Isomatte und Schlafsack herrscht statt Museumsstille ein fröhliches Treiben, bei dem unter anderem das Anschauen eines Kinderfilms, eine Museums-Rallye mit spannenden Rätseln und natürlich echtes Abenteuer-Feeling auf dem Programm stehen. Die Veranstaltung richtet sich an Kinder ab sechs Jahren und findet ausschließlich in Begleitung einer erziehungsberechtigten oder verantwortlichen erwachsenen Person statt. Wer keinen eigenen Schlafsack und Isomatte zu Hause hat, kann sich im Vorfeld an das Museumsteam wenden.

Unser Fazit: Viele Eltern verbinden Kinderrechte zunächst mit großen internationalen Themen. Tatsächlich spielen sie aber auch im Alltag eine wichtige Rolle. Wenn Kinder ihre Meinung äußern dürfen, wenn sie sicher aufwachsen können, Zugang zu Bildung haben oder vor Diskriminierung geschützt werden, dann begegnen uns Kinderrechte jeden Tag. Veranstaltungen wie das Palais der Kinderrechte schaffen deshalb einen niederschwelligen Zugang zu einem Thema, das oft komplizierter klingt, als es tatsächlich ist. Im Palais der Kinderrechte erleben und lernen Kinder, dass ihre Stimme zählt. Erwachsene erhalten Anregungen, wie Beteiligung und Einbeziehung im Familienalltag gelingen können und dass Freiheit und Mitbestimmung auch für die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft gelten. Besonders spannend ist neben dem Palais der Kinderrechte natürlich die Nacht im Palais, die sehr liebevoll vom Museumsteam umgesetzt wird und die verdeutlicht, dass Museen weit mehr sein können als Orte zum Anschauen: Sie werden zu Erlebnis- und Gestaltungsräumen für die ganze Familie und schenken unvergessliche Abenteuer im geschützten Raum.

Mehr Informationen zu beiden Veranstaltungen erhaltet ihr hier.