Blackforestline & Todtnauer Wasserfälle


Heute erzählt uns Familienvater und Abenteurer Andi von der ‘Blackforestline’ bei Todtnauberg im Südschwarzwald. Gemeinsam mit seiner Familie besuchte er die beeindruckende Hängebrücke und die darunter gelegenen Todtnauer Wasserfälle. Nicht nur für die beiden Jungs (7 und 10) war dieser Ausflug ein spannender Trip und eine kleine Challenge in Sachen Höhenangst.

Es ist ein wunderschöner Samstagmorgen im Januar und die Sonne strahlt bereits hell und freundlich über das schöne Wiesental im Südschwarzwald. Die Sonnenstrahlen täuschen darüber hinweg, dass es hier oben noch empfindlich kalt ist – zum Glück haben wir alle warme Winterjacken dabei. Pünktlich um 9 Uhr stehen wir auf dem Parkplatz der „Blackforestline“ bei Todtnauberg. Die beeindruckende Hängebrücke wurde 2023 fertiggestellt und erstreckt sich über eine Länge von 450 Metern in schwindelerregender Höhe über das Wiesental und die Todtnauer Wasserfälle. Nachdem wir ein Kombi-Ticket für die Überquerung der Brücke und die Wasserfälle erstanden haben, betreten wir durch ein Drehkreuz das massive Ost-Portal der Brücke. Reste von Glatteis auf der Beton-Plattform fordern unsere Geschicklichkeit heraus. Schnell noch ein Familienfoto vor dem herrlichen Wiesental im Hintergrund, dann wagen wir den ersten Schritt auf die Brücke. Mit einem leichten Herzklopfen setzen wir den Fuß auf das Stahlgitter des Brückenbodens, welches einen beeindruckenden aber auch leicht beunruhigenden Blick in die Tiefe erlaubt. Gut zu wissen, dass die Stahlseile der Brückenkonstruktion sogar einen ausgewachsenen Jumbo Jet halten könnten. Das Gesamtgewicht der Brücke von 120 Tonnen und eine maximalen Tragkraft von bis zu 1000 Personen stärkt unser Vertrauen in die technische anspruchsvolle Konstruktion der Brücke.

Die Brücke schwankt ein wenig, als wir ruhigen Schritten in Richtung der Brückenmitte gehen. Tiefer und tiefer sind der Grund des Tals und die Spitzen der Bäume unter uns zu sehen. Eine sehr ungewöhnliche Perspektive, die fast schon ein wenig unwirklich wirkt. Links von uns stürzen rauschend die Wassermassen des Stübenbaches die Todtnauer Wasserfälle hinab ins Tal. Von hier oben wirkt der Wasserfall fast wie ein Teil einer Modelleisenbahn. Rechts von uns eröffnet sich ein magischer Blick auf das malerische Wiesental – fast schon klischeehaft steigen die dunklen, für den Schwarzwald so typischen Fichtenhänge zu beiden Seiten des tief ausgeschnittenen Tales auf. Das Adrenalin pulsiert in unseren Adern, als wir den Blick rundum über diese beeindruckende Szenerie gleiten lassen. Wir haben nun die Mitte der Brücke erreicht – 120 m unter uns rauscht der Stübenbach hinab ins Wiesental und wir können Wanderer erkennen, die sich auf den vielen Wegen rund um den Wasserfall wie kleine Spielzeugfiguren bewegen. Unser Schritt wird ein wenig schneller, als wir den leichten Anstieg der zweiten Brückenhälfte zum Westportal in Angriff nehmen. Mit jedem Schritt in Richtung des Westportals steigt das beruhigende Gefühl, bald wieder auf festem Grund zu stehen. Noch ein paar Schritte, dann haben wir es geschafft und betreten den soliden Beton der westlichen Plattform. Stolz blicken wir noch einmal zurück und freuen uns, dass wir diese Mutprobe erfolgreich bestanden haben.

Vom Westportal gehen wir beschwingt auf schmalen Pfaden weiter in Richtung der Todtnauer Wasserfälle, deren Rauschen in der Ferne schon deutlich zu hören ist. Nach etwa 15 Minuten Fußmarsch erreichen wir die Wasserfälle auf mittlerer Höhe. Das Wasser rauscht und tost, in der Luft liegt ein feiner Nebel kleiner Tröpfchen, der unsere Gesichter mit einer angenehmen Feuchtigkeit benetzt. Ein kleiner Regenbogen schillert in bunten Farben wie der Zauberei einer Fee entsprungen. Wir überqueren die rauschenden Wassermassen auf einer Brücke direkt an der Kante des Wasserfalls und blicken hinab auf dieses beeindruckende Schauspiel der Natur. Eine Bank an diesem wunderschönen Ort lädt zum Vesper ein, herzhaft beißen wir in die mitgebrachten Schwarzwälder Speckbrote – genau das richtige in dieser urtypischen Umgebung. Wir steigen den steilen Pfad hinab zum Fuß des Wasserfalls und bewundern noch einmal das Toben der Wassermassen von unten, bevor wir wieder hinauf zum Westportal der Brücke hinauf wandern. Das Ticket gilt für den Hin- und Rückweg und natürlich ist die Motivation groß, noch einmal den Weg über die Brücke zu wagen. Dieses Mal fühlen wir uns schon viel selbstbewusster und marschieren mit einem Hochgefühl über das Metallgitter der Brücke. Nur bei einem plötzlichen Schwanken der Brücke schießt das Adrenalin wieder in unsere Adern und erinnert uns daran, wie hoch über dem Tal wir uns befinden. Glücklich und stolz erreichen wir das Ostportal und freuen uns, dass wir dieses tolle Erlebnis gemeinsam gemeistert haben.

Vielen Dank lieber Andi für diesen spannenden Bericht! Die Blackforestline ist definitiv ein Ausflugsziel, das auf unserer ‘Be sure to visit-Liste’ steht. Mehr Infos zur Blackforestline erhaltet ihr hier.