Unsere Distelfalter-Zucht


Heute möchten wir euch von unserer kleinen Zucht von Distelfaltern erzählen, deren Raupen wir über die Firma Hagemann erworben haben. Um es vorweg zu nehmen: Alles hat prima geklappt, von der Bestellung bis hin zum Freilassen unserer sieben gesunden Schmetterlinge. Aber von Anfang an.

Nachdem wir bereits erfolgreich Pilze gezüchtet hatten, hörten wir von der Schmetterlingszucht von Freunden, die viel Spaß mit ihrer Zucht von Distelfaltern hatten. Für 35 Euro bestellten wir über die Firma Hagemann ein Distelfalterzucht-Set. Circa 14 Tage nach der Bestellung traf dieses bei uns ein. Die Zuchtsets werden nur montags versendet (wahlweise mit 5, 10,15 oder 33 Raupen), damit die Sendungen nicht über das Wochenende liegen bleiben. Das Paket war mit dem Zusatz „Vorsicht, lebende Tiere“ versehen und kam sicher bei uns an. Schon beim Auspacken war die Freude groß, denn neben den sieben winzigen Raupen (eigentlich hatten wir nur 5 bestellt), die sich in einem durchsichtigen, mit Luftlöchern und Futter versehenen Aufzuchtbecher befanden, beinhaltete das Paket tolle Beilagen, wie eine Voliere für die geschlüpften Schmetterlinge, viele wunderschöne Schmetterlingsaufkleber und ein Begleitbüchlein. Der Aufzuchtbecher, der unbdingt an einem Ort stehen muss, an dem er vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist, muss geschlossen bleiben, bis sich die Raupen verpuppt hatten. Zuerst waren die Raupen winzig klein, wuchsen aber, durch das am Boden des Bechers befindliche Futter gut versorgt, jeden Tag deutlich und wurden immer aktiver. Wir haben die Raupen, die mit ihren feinen Haaren und Beinen und ihrem dunklen Körper mit dem hellen Rückenstreifen sehr hübsch aussahen, viel beobachtet, sie aber nicht angefasst oder ähnliches, da die Öle und Salze der menschlichen Haut für die Tiere schädlich sein können. Nach wenigen Tagen begannen die Raupen Seidenfäden zu spinnen, wie sie dies auch in der Natur tun, um sich vor Wind und Fressfeinden zu schützen. Nach einer guten Woche begannen sich die ersten drei Raupen zu verpuppen und hängten sich in J-Form an den Deckel des Aufzuchtbechers. Die anderen drei Raupen verpuppten sich zwei Tage später ebenfalls. Zwei Tage, nachdem die letzten drei Raupen sich verpuppt hatten, setzten wir alle Raupen vorsichtig in ihre Voliere, die mit einem Reißverschluss gesichert werden konnte. Wir konnten beobachten, wie sich die Raupen häuteten und die Puppe eine leicht goldene Färbung annahm. Nur vier Tage nach Verpuppung waren die ersten drei Distelfalter geschlüpft, einen Tag später die anderen drei.

Nun herrschte eine tolle Farbenpracht in der Voliere und es war sehr interessant, die sieben Distelfalter zu beobachten. Nach dem Schlüpfen blieb die Schmetterlinge erst eine Weile ruhig an der Wand der Voliere hängen, um ihre Flügel aufzupumpen. Die mitgeschickte Zuckerlösung träufelten wir auf das ebenfalls mitgelieferte Schwämmchen und fütterten die Schmetterlinge zusätzlich mit einer aufgeschnittenen Orange, überreifen Bananen, Erdbeeren und Blüten aus dem Garten. Es war spannend zu beobachten, wie die Schmetterlinge mit ihren Fühlern erst das Futter berochen, es dann mit ihren Vorderbeinen prüften und zum Trinken ihren Rüssel ausrollten, und den Nektar bzw. die Fruchtzuckerlösung aufzunehmen. Auch die orange-schwarz gemusterte Oberfläche der Distelfalter war ein hübscher Anblick und dient gleichzeitig der optimalen Tarnung am Boden. Die Flügelspannweite beträgt circa fünf bis sechs Zentimeter.

Nach vier Tagen hieß es Abschied nehmen. Wir suchten uns einen sonnigen Tag aus und entließen die Schmetterlinge zur Mittagszeit, als es schön warm war, in die Freiheit. Einer nach dem anderen flog aus der geöffneten Voliere in den blauen Himmel. Natürlich waren wir beim Abschied ein wenig traurig, aber zu unserer Freude blieben einige Distelfalter noch lange in unserem Garten, flogen von Blüte zu Blüte und hatten keine Eile, in die weite Welt zu flattern. Besonders gern saßen die Schmetterlinge auf Klee und Frauenmantel oder sonnten sich einfach auf dem bemoosten Rand unseres Gartenteichs. So konnten wir zum Abschied noch viele tolle Fotos machen.

Wenn ihr mehr über die Schmetterlingszucht der Firma Hagemann erfahren wollt, gibt es hier mehr Informationen. Zudem bietet Hagemann auch die Möglichkeit der Heuschrecken- oder Marienkäferzucht, die wir als nächstes „ausprobieren“ möchten.