Kinder arbeiten mit Speckstein


Heute erzählt Luise (8) von ihrer Arbeit mit Speckstein. Aktuell bearbeitet sie einen grün-grau gemaserten Stein, den sie zu einer Skulptur formen möchte. Wie eine solche Bearbeitung genau erfolgt und welche Werkzeuge benötigt werden, erzählt Luise in diesem Beitrag. 

Skulpturen können aus unterschiedlichen Steinen entstehen – aus Speckstein, Alabaster, Marmor, Sandstein, Granit oder Kalkstein. Da der Speckstein ein weicher Stein ist, können Kinder ihn gut bearbeiten. Ich beschäftige mich gern mit meinem Stein, da ich mit den Händen arbeiten und dabei draußen sein kann. Der Stein sollte immer im Garten bearbeitet werden, da das Raspeln und Feilen eine staubige Arbeit ist. Das Steinmehl kann als Pflanzendünger verwendet werden. Am Anfang sieht der Stein etwas grau und unscheinbar aus. Wird er angefeuchtet, lässt sich seine spätere Farbe erkennen. Speckstein kann weiß, gelb, orange, braun, rot, rosa, violett, grün, grau oder sogar schwarz sein.

Mein Stein, der an den Seiten schon etwas bearbeitet und geglättet ist, sieht so aus:

Am besten lässt sich der Stein im Stehen bearbeiten, beispielsweise wenn er auf einem alten Barhocker oder einem hohen Tisch liegt. Damit der Stein nicht rutscht, kann er auf ein Handtuch oder ein Kissen gelegt werden.

© Ulrike Bär

Für erste, grobe Arbeiten benötigt man einen Stechbeitel, einen Holzklüpfel und Raspeln in verschiedener Stärke. Dann wird der Stein mit verschiedenen Schmirgelpapieren ganz glatt gemacht und geschliffen. Bis alle Unebenheiten bearbeitet und entfernt sind und der Stein in Form geschliffen wurde, braucht es einige Tage. Es ist also etwas Ausdauer bei der Steinbearbeitung gefragt. Im nächsten Schritt wird der Stein poliert, zum Beispiel mit Wasserschleifpapier. Am Schluss ölen wir den Stein mit Naturharzöl. Alle Werkzeuge und das Schleifpapier in verschiedenen Stärken gibt es im Baumarkt zu kaufen.

Manchmal bricht von einem Stein ein Stück ab. Deshalb sollte beim Bearbeiten des Steins immer darauf geachtet werden, wie seine Struktur verläuft. Ein bisschen gibt der Stein also schon vor, wie die Skulptur später aussehen wird. Wenn ein Stück Stein abbricht, lasst euch nicht entmutigen. Es entsteht dann einfach eine andere, neue Form, als man vorher dachte.

Wie man Speckstein bearbeitet, hat mir die Bildhauerin Ulrike Bär aus Esslingen gezeigt. Für Erwachsene gibt sie regelmäßig Workshops in Esslingen. Dort arbeitet man in einem offenen Gewächshaus mit Blick auf einen schönen See.

© Ulrike Bär

 

© Titelbild: Ulrike Bär