Mönche erschaffen faszinierendes Sandmandala


In unserem Wohnort wurde aktuell ein großes Sandmandala durch buddhistische Mönche des nepalesischen Shelkar-Klosters aus Kathmandu gestreut – ein außergewöhnliches Ereignis, das in westlichen Ländern nur selten zu erleben ist. Vier Mönche arbeiteten mehrere Tage an diesem besonderen Mandala, das nach seiner Fertigstellung als Symbol der Vergänglichkeit in einem öffentlichen Ritual feierlich zerstört wurde.

Der 1. Tag – Das Mandala wächst

Nach einer Zeremonie skizzierten die Mönche auf einer eineinhalb Meter großen Holzplatte den Grundriss des Mandalas. Anschließend wurde in vielen Stunden Arbeit der feine, farbige Sand von der Mitte beginnend nach außen gestreut. Ganz allmählich ergab sich der Grundriss eines Tempels, in dessen Zentrum die Gottheit steht. Symbolisch gesehen müssen erst die äußeren Grenzen überwunden werden, bevor der praktizierende Gläubige den Tempel durch eines der vier Tore betreten und sich der zentralen Gottheit bzw. der im selbst innewohnenden, reinen Buddha-Natur nähern kann.

Vier Tage benötigten die Mönche für die Fertigstellung des Mandalas, dessen Betrachten beruhigen, der Meditation dienen und heilsam für die Gesundheit sein soll. Außerdem soll es nach der buddhistischen Mahayana-Lehre gegen Gier, Hass und Verblendung wirken. Das Mandala, das die Mönche im Rathausfoyer unserer Stadt geschaffen haben, ist dem Medizinbuddha gewidmet. Spannend war, dass wir den Mönchen bei der Fertigung zusehen und ihr Geschick und Können live bewundern konnten. Besonders beeindruckte mich die Geduld und die meditative Ruhe, mit der die Mönche ihrer filigranen Aufgabe hochkonzentriert nachgingen. Das fertige Sandmandala konnte für einige Stunden besichtigt werden, bevor es zusammengefegt, der bunte Sand in einem Gefäß gesammelt und anschließend einem Gewässer, in unserem Fall dem Flüsschen Fils, übergeben wurde. Denn nach buddhistischem Glauben kann sich der Segen Buddhas durch das fließende Gewässer in die Welt ausbreiten und so dem Wohle aller Lebewesen dienen. Eine schöne Vorstellung.

Die vier Mönche aus dem Shelkar-Kloster haben das Sandmandala in unserer Stadt übrigens als Dank für die Unterstützung beim Bau von drei Schulen in Nepal erstellt. Unter „Nepal Schulprojekt – Zukunft für Kinder e.V.“ erfahrt Ihr mehr über den hiesigen Verein, der viele nachhaltige Projekte für Kinder in Nepal ins Leben ruft. In diesem Video könnt Ihr die Mönche bei der Arbeit und im Gebet, den täglichen Pujas, sehen. Hier wird das Mandala in einer feierlichen Zeremonie zusammengefegt und der Fils übergeben. Zum Shelkar-Kloster in Kathmandu geht es hier entlang.

Am Ende des 2. Tags

 

Das fortgeschrittene Mandala am 3. Tag

 

Das fertige Mandala (Foto: Christine Scheck)

 

Die zentrale Gottheit (Foto: Christine Scheck)

 

Das Abschlussritual (Foto: Christine Scheck)

 

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