BeKi – Bewusste Kinderernährung


An unserer Grundschule fand aktuell ein spannender Vortrag zum Thema gesunde Ernährung bei Kindern statt. Der Vortrag wurde von einer Mitarbeiterin von “BeKi”, einer Initiative des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg für bewusste Kinderernährung, gehalten. Schwerpunkt des Vortrags war die Wichtigkeit des morgendlichen Frühstücks und regelmäßiger Mahlzeiten sowie die häufig nicht auf den ersten Blick erkennbaren Zuckergehalte von Speisen und Getränken.

Ernährungsgewohnheiten werden in den ersten Jahren geprägt. Gemeinsame Mahlzeiten, eine angenehme Atmosphäre bei Tisch sowie ein selbstbestimmtes Essen bezüglich Speiseauswahl und Menge sind für Kinder das A und O, wenn es um eine positive Belegung des Themas Essen geht. Dabei sollten Kinder nicht unter Druck gesetzt oder Essen als Druckmittel bzw. Belohnung oder Strafe verwendet werden. Kein Kind verhungert, auch wenn es seinen Teller nicht leer isst. Doch natürlich sollten möglichst viele Anforderungen an gesundes Essen täglich erfüllt werden. Besonders interessant war in diesem Zusammenhang die Ernährungspyramide, deren wichtigsten Glied das regelmäßige Trinken ist. Möglichst sollten die Kinder Wasser, Tee oder stark verdünnte Säfte zu sich nehmen. Auf das Trinken folgen Obst und Gemüse, Kohlenhydrate, Brot und Backwaren, Milch und Milchprodukte und zu guter Letzt Süßigkeiten und Kuchen. Natürlich dürfen und sollen Kinder täglich aus allen Lebensmittelgruppen essen und trinken. Einem Mittagessen, das beispielsweise aus Salat, Nudeln, einem Glas Wasser und einem Becher Milch besteht, darf natürlich eine Handvoll Gummibärchen als Nachtisch folgen. Auf gesüßte Getränke sollte dabei weitestgehend verzichtet werden oder sie werden als Nachtisch gereicht. Denn der Zuckeranteil in einem Tetrapack Eistee oder einem Fruchtsaftgetränk kann bei bis 10 Stückchen Würfelzucker liegen. Aufgrund des hohen Zuckeranteils mag zwar kurzfristig ein Energieschub entstehen – der Abfall der Leistungskurve ist dafür im weiteren Tagesverlauf umso gravierender. Neben regelmäßigem Trinken ist also auch das “Was” wichtig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration aufrecht zu erhalten. Getränke, die statt Zucker Süßstoff enthalten, sind für Kinder in großen Mengen oder in Regelmäßigkeit ebenso ungeeignet. Der Süßstoff beeinträchtigt nicht nur die Darmflora negativ, sondern trägt aufgrund seines hohen Energiegehalts, ebenso wie Zucker, zum Übergewicht bei. Auch Smoothies sollten in Maßen genossen werden. Diese enthalten zwar häufig keinen industriellen Zucker, sind jedoch aufgrund ihres natürlichen hohen Zuckergehalts, das direkt aus den Früchten stammt, hochkalorisch.

Kinder sollten täglich fünf Mahlzeiten zu sich nehmen, wobei das Frühstück, das Mittagessen und das Abendessen durch zwei Zwischenmahlzeiten, bestehend aus Obst oder Joghurt, ergänzt werden können. Besonders wichtig ist das Frühstück, um den über Nacht geleerten Energiespeicher wieder aufzufüllen. Vor allem Brot, Milch und Obst sollten die Kinder am Morgen zu sich nehmen. Auch ein ausgewogenes Vesper als zweites Frühstück in der Schule bildet die Grundlage für einen leistungsfähigen Schultag. Kinder sind zwischen neun und zehn Uhr am Morgen auf dem Gipfel ihrer Leistungsfähigkeit und können ihre Leistungskurve mit einem ausgewogenen zweiten Frühstück viel besser aufrecht und länger oben halten. In die Vesperbox gehören also auf jeden Fall Brot (Vollkornbrot ist besser als Weißbrot), Obst und Gemüse (Gurke, Paprika, Weintrauben, Möhre oder Apfelschnitz) und genug zu trinken. Auch wenn das Vesper nicht jeden Tag aufgegessen wird, sollte es stets in ausreichender Menge und Ausgewogenheit mitgegeben werden. Auf Süßigkeiten sollte in der Vesperbox gänzlich verzichtet werden, da Süßwaren keine Lebensmittel ersetzen.

Natürlich lieben Kinder Süßigkeiten, genau wie wir Erwachsenen. Doch sollte es Süßigkeiten nie vor oder anstatt einer Mahlzeit geben. Ferner sind Naschereien kein Erziehungsmittel. Sie sollten also nicht als Belohnung oder ihr Entzug als Strafe eingesetzt werden, da sie so einen unangemessen hohen Stellenwert erhalten. Sorgen, Langeweile oder Ärger sind durch Süßigkeiten nicht leichter zu ertragen, im Gegenteil: Das Absinken von Leistungsfähigkeit und Fitsein, das ein kurzfristiger Zuckerschub zur Folge hat, sowie Gewichtsprobleme und Karies, gehen mit übermäßigem Süßigkeitenkonsum einher. Wir bieten unserer Tochter manchmal als Alternative zu herkömmlichen Süßigkeiten Alternativen in Form von selbstgemachtem Eis, Rosinen oder Milchreis an, was meistens gern angenommen wird. Im Sommer fahren wir gern auf´s Erdbeerfeld, um Erdbeeren zu pflücken. Selbst geerntet und gewaschen schmeckt Obst doppelt so gut wie aus dem Supermarkt.

Für uns Erwachsene sind die Bedürfnisse von Kindern in punkto Essen oft nicht einfach zu verstehen. Manchmal essen Kinder gefühlt tagelang kaum etwas, dann wiederum lässt sich ihr permanenter Hunger kaum befriedigen. Auch hier gilt: Gelassen bleiben und dem Kind vertrauen. Ebenso wie Erwachsene funktionieren Kinder nicht jeden Tag gleich, haben nicht jeden Tag Lust, dieselbe Menge zu essen oder das gleiche Essen zu sich zu nehmen. Manchmal dominiert die Lust auf eine Pizza, dann darf es wieder nur ein Obstteller sein. So entwickeln die Kinder ein Gefühl für ihren Körper und ihre Bedürfnisse, dem wir Großen nicht mit zu strengen Vorschriften entgegen steuern sollten. Auch kann sich der Geschmack eines Kindes von heute auf morgen ändern. War Spinat gestern noch ein No Go, entdeckt ihn das Kind am nächsten Tag plötzlich für sich. Häufig hilft es schon, unbeliebtes Essen anders anzubieten. So isst unsere Tochter beispielsweise keinen Broccoli. Püriert und als Suppe mag sie ihn gern. Doch auch hier kann es durchaus geschehen, dass der Suppenteller an manchen Tagen nur zur Hälfte leer gegessen wird. Für gutes Essverhalten sollten wir die Kinder loben, schlechtes Essverhalten nicht permanent kommentieren. Hilfreich ist es, die Kinder in Aktivitäten wie Einkaufen oder Kochen mit einzubeziehen. Denn selbst ausgewählt, geschnitten, geschält, gewürzt und zubereitet schmeckt das Essen den kleinen Köchen noch besser, als wenn sie in der Küche nur zuschauen dürfen.

Weitere Infos, Broschüren und Arbeitsmaterialien erhaltet Ihr unter www.beki-bw.de. Für Vorträge in Kindergärten und an Schulen stehen die Mitarbeiter von BeKi gern zur Verfügung. Die Anregungen dieses Textes wurden den BeKi-Ernärungsbroschüren 1 bis 5 entnommen (© Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Ba-Wü).

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