Märchengarten im Blühenden Barock


„Rapunzel, Rapunzel! Lass Dein Haar herunter!“ Dieser magische Satz wurde von unserer Tochter die halbe Autofahrt geübt, besser gesagt gebrüllt. Denn der Nachwuchs ist sich sicher: Je lauter geschrien wird, desto schneller muss der Zopf von Rapunzels Turm im Ludwigsburger Märchengarten herab gesaust kommen. 

Zu früher Stunde präsentiert sich uns das Barockschloss im strahlenden Sonnenschein, umrahmt von einer herrlichen Blumenpracht zum Frühlingsanfang. Auch die Tochter ist begeistert und wir flitzen einmal um den See herum und bewundern die prächtig bepflanzten Beete. Weiter geht es Richtung Märchengarten, der Weg führt rechts am Schloss vorbei und nach kurzem Fußmarsch erhaschen wir bereits den ersten Blick auf den Rapunzelturm. Doch erst einmal bewundern wir Deutschlands größte Ostereierallee aus zehntausend echten, von Hand bemalten Eiern und sind beeindruckt von den Strohwelten – einer detailreich gestalteten Freiluftausstellung, für die die Arche Noah (15 Meter Länge) und viele Tiere aus Stroh gestaltet wurden. Känguruhs, Pinguine, Delfine, Pferde, Giraffen und Schafe gibt es da zu sehen.

Nach einer kurzen Runde auf dem großen Spielplatz machen wir uns auf zur ersten Station des Märchengartens – einer kleinen Bootstour, die uns an der klugen Else, dem tapferen Schneiderlein und Pinocchio vorbei führt. Nachdem wir die Ziegen im Streichelzoo begrüßt haben, lassen wir uns in 1001 Nacht entführen und treffen auf Ali Baba, Aladin und Sindbad den Seefahrer. Auch Hänsel & Gretel und Max & Moritz sind zugegen und wir amüsieren uns über die listigen Buben, die der Witwe Bolte die gebratenen Hähnchen durch den Kamin stibitzen. Nun geht es zum Theater, wo wunderschöne Scherenschnittfilme gezeigt werden. Nachdem wir uns zwei Filme angesehen haben, besteigen wir die Märchenbahn zu einer kleinen Rundfahrt. Weiter geht es zu Sterntaler, Rotkäppchen, Frau Holle, dem Wolf und den sieben Geißlein, Schneeweißchen & Rosenrot, Rumpelstilzchen, Aschenputtel und den Bremer Stadtmusikanten.

Besonders amüsieren wir uns über den sprechenden Papagei, dem man ein Lied vorsingt und der zur großen Freude der Kinder, und dank eines Tonaufnahmegeräts, dann das Gesungene (oder das frech Dahergesagte) wiedergibt. Nun besuchen wir auch endlich den Papierdrachen, der mit tiefer Stimme fordert „Bitte Papier, bitte Papier.“ Da wir den gewaltigen Hunger des Drachen von unserem letzten Besuch kennen, haben wir ihm diesmal vorsorglich Zeitungen mitgebracht, die er brav verspeist. Nachdem wir uns im Labyrinth mächtig verirrt haben und auf Umwegen endlich zum Froschkönig gelangt sind, kommen wir beim Rapunzelturm an. Wie gewünscht schwebt der Zopf nach einigem Gebrüll herunter und auch das Innere des Turms, gestaltet mit den Märchen von Dornröschen und Rübezahl, wird bestaunt und erklettert.

Nachdem Rapunzels Turm alle Geheimnisse preisgegeben hat, verlassen wir den Märchengarten und machen uns auf den Weg zur historischen Schaukel und dem historischen Karussell. Auf dem Rückweg kommen wir natürlich nicht ungestraft an den Imbissbuden vorbei und verfallen einer leckeren Currywurst mit Pommes, zum Nachtisch gibt es Crêpe. Gut gestärkt besuchen wir zum Abschluss unseres schönen Ausflugs noch die tolle Ausstellung „Faszination Lego“ im Schloss (hier habe ich mehr darüber geschrieben). Das Ludwigsburger Schloss bietet übrigens auch regelmäßig Führungen für Kinder und beherbergt wechselnde Ausstellungen, die wirklich sehenswert sind. Auch die Räumlichkeiten des Schlosses sind eine Führung, beispielsweise durch das Schlosstheater und den Marmorsaal, bzw. einen Besuch, beispielsweise des Keramikmuseums, wert. Mehr Infos gibt es hier: www.schloss-ludwigsburg.de. Wer mehr über den Märchengarten erfahren möchte, kann sich hier informieren.

 

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