Kurzurlaub in Paris


Urlaubszeit ist Familienzeit und jeder Urlaub ist etwas ganz Besonderes, egal ob in den Bergen, am Meer oder in einer Metropole. In den Herbstferien verbrachten wir einige sehr schöne Tage in Paris. Bewusst ließen wir einen Besuch in Euro-Disney aus und haben primär die klassischen Sehenswürdigkeiten der Stadt genossen.

Paris lässt sich per TGV oder Flugzeug unkompliziert erreichen. Von den vier zentral gelegenen Bahnhöfen aus erreicht man jedes Hotel bzw. jede Sehenswürdigkeit bequem mit der Metro. Der Flughafen Charles de Gaulle liegt circa 45 Minuten außerhalb von Paris. Per Taxi bezahlt man 50 Euro Festpreis für eine Fahrt in die Pariser Innenstadt. Der Schnellzug kostet knapp 10 Euro pro Person und steuert die großen Bahnhöfe an. Meist geht es dann nochmals mit der Metro weiter zum Hotel, so dass es sich ab vier Personen auszahlt, ein Taxi zu nehmen. Die Logistik innerhalb von Paris ist nahezu perfekt, da die Metro im Zwei-Minuten-Takt verkehrt. Allerdings sollten längere, meist nicht buggyfreundliche, Laufstrecken im unterirdischen Wegenetz der Metro eingeplant werden. Generell ist Paris als Metropole ganzjährig gut besucht, so dass die Stadt meist recht voll ist und längere Wartezeiten an den Sehenswürdigkeiten eingeplant werden sollten.

Für eine Hotelbuchung können wir die Gegend um die Pariser Oper empfehlen. Der Boulevard Haussmann, die Galerie Lafayette und das große Kaufhaus Le Printemps locken mit vielfältiger Küche und Shopping-Möglichkeiten. Diese haben wir, ebenso wie einen Bummel über die Champs-Élysées, allerdings ausfallen lassen, da wir den Urlaub kindgerecht gestalten wollten. Uns zog es, kaum dass wir in Paris angekommen waren, natürlich sofort zum Eiffelturm. Vom auf der anderen Seite des Seineufers liegenden Trocadéro, wo zu jeder Jahreszeit unterhaltsame Tanz- und Musikdarbietungen aufgeführt werden, hat man einen fantastischen Blick auf den Eiffelturm. Die Abendstunden, wenn es langsam dunkel wird, sind vielleicht die beste Zeit, um diese Attraktion zu besichtigen. Wer sich das lange Anstehen sparen möchte, kann online Tickets buchen. Wartezeiten sind aufgrund der Sicherheitskontrollen jedoch immer einzurechnen. Über Agenturen können auch Führungen gebucht werden.

Am nächsten Tag ging es für uns zum Cimetière du Père-Lachaise, dem größten Friedhof von Paris. Immer wieder beeindruckt mich dieser als Park angelegte Friedhof mit seinen großen Gräbern und Familiengruften, die teilweise über eigene Kapellen verfügen. Und auch unsere kleine Gruselfachfrau war vom Père-Lachaise angetan. Circa eine Stunde wanderten wir über den großen Friedhof, auf dem viele bekannte Persönlichkeiten beerdigt sind – Frédéric Chopin, Oscar Wilde, Édith Piaf, Maria Callas, Marcel Proust oder Doors-Frontman Jim Morrison.

Weiter ging es zur Basilika Sacré-Cœur de Montmartre. Stundenlang kann man hier den Ausblick über Paris genießen, im Montmartre-Viertel schwelgen, kleine Ausstellungen besuchen und in den Seitenstraßen nette Boutiquen und schöne Restaurants entdecken.

Abends verschlug es uns natürlich wieder an den Eiffelturm, wobei wir nun nach oben fuhren und in der Dämmerung die herrliche Aussicht über ganz Paris genossen.

Eine Bootsfahrt auf der Seine rundete diesen Abend ab. Der Anleger befindet sich schräg gegenüber des Eiffelturms, unterhalb des Karussells. Doch nicht nur am Eiffelturm fahren die Boote ab. Es gibt verschiedene Anleger bzw. Reedereien, die die Bootstouren anbieten. Hier gibt es mehr Infos.

Am folgenden Tag buchten wir spontan Tickets für die Katakomben von Paris, dem größten Beinhaus der Welt. Hier liegen Schädel und Knochen von mehr als sechs Millionen Menschen. Früher wurde in den Katakomben Kalkstein abgebaut. Als es im 18. Jahrhundert zu Seuchen kam und die Friedhöfe doppelt und dreifach belegt waren, wurden die Gebeine in die alten Stollen überführt. Die Warteschlangen an den Katakomben sind unglaublich lang. Wer online kein Ticket gebucht hat, steht bis zu sechs Stunden an. Wir standen, trotz Online-Ticket, immerhin nur 45 Minuten in einer der drei Schlangen, bevor wir in das Reich der Toten hinabsteigen konnten. Ein tolles Erlebnis, das die Wartezeit sofort wieder wettmachte.

Weiter ging es zur Kathedrale Notre-Dame de Paris, die im historischen Zentrum von Paris, auf der Ostspitze der Seine-Insel Île de la Cité steht. Die gotische Bauweise, die beiden 70 Meter hohen Türme und das riesige Kirchenschiff sind sehr beeindruckend. Insgesamt finden 10.000 Menschen in der Kathedrale Platz. Wunderschön lässt es sich am neben Notre-Dame gelegenen Seine-Ufer flanieren, in der Sonne sitzen und entspannen.

Sehr interessant fanden wir auch den Ausflug nach La Défense, dem Hochhausviertel von Paris, das im Nordwesten der Stadt gelegen ist. La Défense gilt als Europas größte Bürostadt und ist Sitz vieler Banken und Versicherungen. Das bekannteste Gebäude von La Défense ist der Grande Arche, eine moderne Variante des Triumphbogens. Steigt man die Stufen des Grande Arche bis ganz nach oben, erblickt man den Arc de Triomphe in direkter Verlängerung. Per Aufzug kann man auf das Dach des Grande Arche fahren, von wo aus ein herrlicher Blick über Paris und auf den Eiffelturm garantiert ist. Ausnahmsweise gibt es hier kaum Wartezeiten. Umgekehrt bietet die Aussicht vom Arc de Triomphe einen eindrucksvollen Blick auf La Défense und den mittig gelegenen Grande Arche.

Als wir Paris bereisten, hatten wir Glück mit dem Wetter und konnten alle Unternehmungen im strahlenden Sonnenschein genießen. Für Regentage hatten wir uns das Nationale Naturkundemuseum, das Technik- und Wissenschaftsmuseum Cité des Sciences und das Marinemuseum als Anlaufpunkte überlegt. Ferner gibt es in Paris mehrere Zoos bzw. Aquarien, denen man bei schlechtem Wetter einen Besuch abstatten kann. Weitere Sehenswürdigkeiten, die wir uns diesmal aus Zeitgründen oder weil sie nicht ganz zum Familienurlaub mit sechsjährigem Kind passten gespart, in der Vergangenheit aber gern besichtigt haben, sind der Louvre, das Schloss von Versailles, das Museé Rodin, der Park Jardin du Luxembourg, 59 Rue de Rivoli, Jardin des Plantes, eine Varietévorstellung im Moulin Rouge und das Gruselkabinett Le Manoir. Empfohlen wurde uns auch ein Besuch im Asterix-Park im Norden von Paris.

Was das Preisgefüge in Paris angeht, waren wir, vor allem im Vergleich zu unseren Besuchen vor 10 bis 15 Jahren, angenehm überrascht. Eine Karussellfahrt am Eiffelturm ist mit 2,50 Euro nicht teurer als auf dem Cannstatter Wasen und auch die Restaurants und Cafés, die direkt an den Sehenswürdigkeiten gelegen sind, bieten leckeres Essen zu meist normalen Preisen. Und einen guten Wein oder leckere Galette bzw. Crêpes findet man eigentlich überall. Bei Hotelbuchungen sollte man in Paris übrigens nicht unter vier Sterne rutschen, wenn man eine einigermaßen saubere, familienfreundliche Unterkunft sucht. Unser Fazit: Wir werden sicherlich bald nochmals nach Paris reisen. Wir haben unseren Kurzurlaub sehr genossen, haben einiges besichtigt aber auch viel ausgeruht und uns treiben lassen. Beides, Aktivität und Sightseeing, lauschige Plätze und Ruhe, lassen sich in Paris sehr gut finden.

 

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