Die Stuttgarter Wilhelma


Eigentlich ist die Wilhelma im Ländle und über dessen Grenzen hinaus so bekannt, dass es kaum erklärender Worte bedarf. Aber als wir in der vergangenen Woche den Stuttgarter Zoo nach längerer Abstinenz wieder einmal besuchten, gefiel es uns so gut, dass ich doch ein paar Zeilen zur Wilhelma schreiben möchte. Denn die Wilhelma ist kein normaler Zoo, sondern eine gelungene Mischung aus botanischem Garten und Tierpark. Mit knapp 1,5 Mio. Besuchern zählt sie zu den meistbesuchtesten Zoos in Deutschland.

Natürlich lässt sich immer wieder über den Sinn/Unsinn eines Zoos diskutieren. Denn egal, wie liebevoll Gehege saniert oder erweitert werden – Fakt ist, dass es kaum eine artgerechte Haltung von Elefanten, Löwen, Affen oder auch Vögeln und Kleintieren in einem Zoo geben kann. Jeder Zoobesucher ist hier frei in seiner Meinungsbildung. Wir persönlich gehen selten in den Zoo und dann stets mit dem Hinweis, dass der echte Lebensraum für glückliche Tiere natürlich die freie Wildbahn und nicht der Zoo ist. Dabei belasse ich es meistens und die Kinder können später, wenn sie größer sind, selbst entscheiden, wie sie zum Thema Zoo stehen.

Wir starteten unseren Rundgang bei den Vogelvoliéren und Pinguinen, weiter ging es zu den Seelöwen. Hier gibt es zweimal täglich eine Fütterung mit einer kleinen Show, was sehr nett gemacht ist. Besonders begeistert waren die Kinder vom Aquarienhaus mit der Krokodilhalle, den Terrarien und Aquarien. Als besonders interessant entpuppte sich das Aquarium des Zitteraals, dessen abgegebene Stromstöße auf einer digitalen Anzeigen gemessen werden. Weiter ging es zum 2013 komplett renovierten Affenhaus, zum Affenfelsen, wo es viele niedliche Affenbabys zu bestaunen gab, und zu den Elefanten, Nashörnern, Giraffen, Nilpferden und Raubtieren. Sogar für die botanischen Anlagen hatten die Kinder ein Auge und das Amazonienhaus gefiel ihnen hier besonders gut. Den Schaubauernhof und den Streichelzoo haben wir in diesem Jahr ausgelassen, wobei diese beiden Stationen in der Vergangenheit immer sehr beliebt gewesen sind.

Was uns an der Wilhelma besonders gut gefällt, ist ihre Weitläufigkeit und die großzügige Einbettung der Gehege in die historischen Parkanlagen. Für jüngere Kinder empfiehlt es sich, einen Buggy mitzunehmen, da die Wege teilweise weit sind. Natürlich ist die Wilhelma am Wochenende bei schönem Wetter klassisch überlaufen. Dennoch hatten wir nie Probleme mit der Logistik. Das Wilhelma-Parkhaus befindet sich direkt neben dem Zoo und man kann seine Eintrittskarten bereits im Parkhaus lösen, um das Schlangestehen am Eingang zu vermeiden. Die Parkgebühren von 1 Euro pro Stunde fanden wir in Ordnung. Ferner gibt es Richtung Pragsattel einen Seiteneingang (Parkhaus Mahle), an dem normalerweise weniger los ist. Dennoch empfiehlt es sich, die Wilhelma, die 365 Tage im Jahr geöffnet hat, nicht unbedingt an Sonn- oder Feiertagen zu besuchen, da es dann sehr voll und in den verschiedenen Häusern auch ziemlich laut sein kann. Erwachsene bezahlen 16 Euro Eintritt, Kinder ab sechs Jahren 8 Euro. Unser Fazit: Wir gehen generell selten in den Zoo, mögen die Wilhelma aber sehr gern. Die wunderschönen Parkanlagen des 30 Hektar großen Geländes und die vielen Plätze zum Spielen, Ausruhen und Verweilen, wie beispielsweise der maurische Garten, heben die Wilhelma von manch anderem Zoo ab und verleihen ihr ein ganz besonderes Flair. Besonders schön ist der Wilhelma-Tag, an dem man hinter die Kulissen blicken darf und viel Interessantes über die Tiere und den Zoobetrieb erfährt.

Mehr Infos gibt es unter: www.wilhelma.de

 

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