Das Haus des Waldes in Stuttgart


Das Haus des Waldes ist ein Begegnungsort für Mensch und Natur. „StadtWaldWelt“ heißt der Schwerpunkt dieses naturnahen Ausflugsziels in Stuttgart-Degerloch. Und bereits auf unserem Spaziergang zum Haus des Waldes konnten wir es mit eigenen Ohren hören: Stadt und Wald, ganz dicht beieinander. Das Zwitschern der Vögel, das Hämmern eines Spechts, Flugzeuggebrumm und Stimmengewirr vom nahe gelegenen Stadion der Stuttgarter Kickers.

Bevor wir das Haus des Waldes mit seiner eindrucksvollen Konstruktion aus Glas, Holz und Stahl besuchen, entdecken wir den Walderlebnispfad „Sinneswandel“, der in fünf Stationen unterteilt ist. Die erste Station stellt den Wald als vielfältigen Lebensraum mit enger Verbindung zwischen Pflanze und Tier vor. Denn jede (Nahrungs-)Kette, egal wie lang, beginnt mit einer Pflanze und ihren ersten Verbrauchern, den Pflanzenfressern. Zweiter und dritter Verbraucher sind dann die Fleischfresser und am Ende der Nahrungskette stehen Insekten, Bakterien und Pilze, die tote Tiere und Pflanzen verwerten, so dass der Kreislauf von vorn beginnen kann.

Weiter ging es mit der zweiten Station, an der das Walderleben und Fühlen im Vordergrund stand. An einem Seil gingen wir mit geschlossenen Augen in den Wald hinein, lauschten und spürten. Da es ein sonniger Tag war, schlüpfte die Tochter aus ihren Schuhen und genoss den Waldweg mit Moos, Laub, Steinchen und Erde als Barfußpfad.

Die dritte und die vierte Station fanden wir am spannendsten. Beim „Begreifen eines Baumes“ bestaunten wir eine riesige Baumwurzel, zählten Jahresringe gefällter Bäume und untersuchten einen Mammutbaum. Auch der Wachstumsprozess und die Regulierung des Wuchses verschiedener Baumarten durch Forstarbeiter sowie die Weiterverwertung gefällter Bäume wurde kindgerecht und interessant dargestellt. Am Ende der vierten Station durften wir unseren eigenen kleinen Wald bauen – aus Bodenbewuchs, Sträuchern und Bäumen.

Die fünfte und letzte Station zeigte uns, wie vielfältig Holz im Alltag verwertet wird bzw. zum Einsatz kommt: Beim Bauen von Häusern, Befeuern von Öfen, Tischlern von Möbeln oder bei der Herstellung von Papier, Verpackungen und Lebensmittelzusätzen.

Nun ging es in das Haus des Waldes mit seinen drei Themenwelten Stadt, Wald und Welt hinein. Wir staunten über die tolle Architektur – viel Holz, Stahl und Glas. Eine Regenwaldhöhle entführte in die Tiefe, wer hoch hinaus wollte, konnte den Fernsehturm erklettern. Wir lernten die Fährten von Dachs, Fuchs, Hase und Co. zu unterscheiden und erfuhren viel Spannendes über die Verwendung von Naturressourcen wie Wasser oder Holz, Energieverbrauch und Klimaveränderung.

Besonders schön fanden wir, dass die Ausstellung interaktiv ist und die Kinder alles berühren und erkunden dürfen. Zwei Entdeckertouren für Kinder bis 10 Jahre und für Kinder ab 10 Jahre konnten für 50 Cent an der Kasse erworben werden. Hier konnten die Kinder ihr Wissen testen und Mitmachstationen absolvieren.

Sehr gut gefiel uns auch die Waldwunderkammer. Dieser abgedunkelte Raum wird mit Taschenlampen erkundet. Frösche, Pilze, Vögel und Pflanzen gab es da unter anderem zu entdecken. Dazu kuschelige Höhlen mit Büchern, die zum Verweilen einluden. An einer Tafel konnten die Kinder aufschreiben, was sie am Wald toll finden und dem Wald Fragen stellen. Wie alt bist Du?, war da etwa zu lesen. Oder: Du bist toll und geheimnisvoll. Unsere Tochter notierte: Ich mag Deine gute Luft, Deine Eulen und Rehe.

Zum Schluss stärkten wir uns noch mit Kaffee aus dem gemütlichen Weltcafé, das mit seinen selbstgebauten Holzmöbeln und seinen leckeren, fair gehandelten Süßigkeiten zum Verweilen einlud. Die Kinder zog es in dieser Zeit natürlich an den kleinen See und auf den Spielplatz.

Unser Fazit: Das Haus des Waldes ist ein toller Ort, der Walderlebnis und interaktives Museum vereint. Der Eintritt ist kostenlos, über eine Spende freuen sich die Mitarbeiter natürlich. Im Haus des Waldes gibt es einen kleinen Museumsshop, der eine schöne Auswahl an Naturbüchern für Kinder und Erwachsene beinhaltet. Der Walderlebnispfad „Sinneswandel“ ist übrigens immer geöffnet. Weitere Informationen über das Haus des Waldes und seine Öffnungszeiten erhaltet Ihr hier.

 

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