Wellness im Merkel’schen Bad in Esslingen


Bisher dachte ich immer, dass es bestimmt stressig oder nicht gern gesehen wäre, die Tochter einfach mal mit in die Sauna zu nehmen. Doch viele Bäderbetriebe bieten sogar extra eine Mutter-Kind-Sauna an, wie beispielsweise das Merkel’sche Bad in Esslingen – ein wunderschönes Jugendstilbad, das vor rund 12 Jahren seinen Saunabereich komplett renoviert und ausgebaut hat. Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: Wir waren begeistert und haben dort viele schöne Stunden mit Saunieren, Schwimmen und einfach mal die Seele baumeln lassen verbracht.

Direkt im Herzen von Esslingen gelegen, unterscheidet sich das Merkel’sche Bad mit seiner historischen Fassade, den Buntglasfenstern und der Bauweise im Jugendstil angenehm von manch anderem Hallenbad-Komplex. Ein Parkplatz befindet sich links vom Gebäude, der Parkschein kann für ermäßigtes Parken an der Kasse entwertet werden.

Durch eine weitläufige Eingangshalle mit schönen Fresken und altem Steinfußboden geht es hinauf in den Saunabereich in den ersten Stock. Was hier einfach toll ist, ist die große Anzahl verschiedener Saunen und Entspannungsbereiche. Durch die vielen Räumlichkeiten ist das Ambiente gleichzeitig weitläufig und modern und dennoch gemütlich und ruhevoll. Alt und Neu sind hier so gekonnt miteinander verbunden, dass eine ganz besondere Atmosphäre entsteht, die für den Besucher sogleich spürbar ist.

Die Saunalandschaft des Merkel’schen Bads ist auf zwei Etagen angelegt. In der ersten Etage gefiel uns die Aromasauna besonders gut, wo wir bei 75 Grad, 10 bis 15 Prozent Luftfeuchte und angenehmer, indirekter Beleuchtung schnell ins Schwitzen gerieten.

Weiter ging es in die Mentalsauna, die sofort zu unserer Lieblingssauna wurde. Bei moderaten 60 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent konnten wir hier, begleitet von Vogelgezwitscher, Wasserplätschern und Lichtspielen, herrlich entspannen. Als nächstes probierten wir die Aktivsauna aus, die mit ihren 95 Grad für die Tochter zwar zu heiß war, in der man aber herrliche Aufgüsse auf Naturbasis genießen kann.

Zwischen den verschiedenen Saunagängen erfrischten wir uns mit einer kalten Dusche, einem Fußbad und mit jeder Menge Eis.

Nach einem Besuch im Dampfbad zog es uns ins Tepidarium, wo wir bei angenehmen 37 Grad auf beheizten Liegen aus Stein beinahe einschliefen.

Besonders gut gefiel der Tochter das Laconium. Hier sitzt man auf warmen Steinen und kann bei circa 40 Grad und einer Luftfeuchte von 45 Prozent bei wechselndem Farbspiel wunderbar entspannen.

Im normal temperierten Ruheraum ließen wir dann die Seele baumeln und machten ein wenig Pause, bevor wir die obere Etage und den Schwimmbereich in Angriff nahmen.

Was übrigens neben der Vielfältigkeit der Saunen in der ersten Etage sehr angenehm ist, sind die zahlreichen gemütlichen Sitzgelegenheiten innen wie außen. Es gibt eine Bar, die Leckereien wie Salate, Sandwiches und Smoothies anbietet, die wirklich gut schmecken. Das Personal ist, wie im ganzen Wellness-Bereich, sehr freundlich und engagiert.

Angenehm ist auch der großzügige Duschbereich mit Kaltwasserbecken, um den sich die Mental-, die Aroma- und die Aktivsauna gruppieren. Natürlich gibt es noch einen weiteren separaten Dusch- und Toilettenbereich.

Nun wechselten wir in die zweite Etage, und ich staunte, wie gut die Tochter mit ihren knapp sechs Jahren alles mitmachte und wie begeistert sie vom Saunieren war. Im oberen Stockwerk warteten dann weitere Highlights auf uns, wie beispielsweise die Dachterrasse oder der Whirlpool, in dem wir viel Zeit verbrachten, da er angenehm warm war und alle paar Minuten automatisch lossprudelte.

Neben der sonnigen Dachterrasse, von der aus man sogar einen Blick auf die Esslinger Burg erhaschen kann und die mit einem großen Kaltwasserbecken und Liegen für ein ausgiebiges Sonnenbad bestückt ist, gibt es noch einen zweiten Außenbereich mit Liegen und Sitzmöglichkeiten, der etwas Schatten bietet. Drinnen existiert ein weiterer Ruhebereich. Zwei große Saunen, die Kaskadensauna und die Kaminsauna, bilden das Herzstück des Dachgeschosses. Während in der Kaminsauna mit 75 Grad und einer Luftfeuchte von nur 5 Prozent eine sehr trockene Hitze herrschte, die von einem flackernden Kaminfeuer untermalt wurde, brachte es die Kaskadensauna sogar auf 85 Grad und 25 Prozent Luftfeuchtigkeit – für uns zu heiß aber dennoch einen Besuch wert.

Angeregt vom Planschen im Whirlpool, schlüpften wir in unsere Badeanzüge und gingen hinunter ins Schwimmbad, wo wir uns kurz im Sportbecken und dann im 34 Grad warmen Thermalbecken aufhielten. Auch hier begeisterten uns die tolle Atmosphäre des Jugendstilbads und das mineralhaltige Wasser, das seit 2005 aus einer eigens erschlossenen Quelle eingespeist wird. Im Thermalbecken findet von dienstags bis freitags mehrmals täglich kostenlose Wassergymnastik statt.

Und noch einen weiteren Bereich entdeckten wir: Das römisch-irische Dampfbad, mit Möglichkeiten zur Hamam-Massage, sowie eine Sole-Kammer, in der man einen Solenebel aus Salzen aus dem Toten Meer über Haut und Lunge einatmet. Im Merkel’schen Bad kann man übrigens durchgehend verschiedene Massagen und andere Anwendungen buchen. Auch gibt es ein wechselndes Angebot an Entspannungs-Events, wie beispielsweise Mediation oder Klangschalen-Mediation. Nach einem letzten Dampfbad-Besuch und einer Abkühlung im Kaltwasserbecken hüpften wir unter die Dusche und machten uns sehr entspannt auf den Heimweg. A propos Dusche: Was mir sehr positiv aufgefallen ist, war die Sauberkeit des kompletten Saunabereichs und der sanitären Anlagen.

Unser Fazit: Wir hatten eine wunderbare Zeit im Merkel’schen Bad – sowohl im Wellness- als auch im Schwimmbereich. Die Idee, dass es die Möglichkeit der Mutter-Kind-Sauna gibt, finde ich persönlich klasse. Wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal im Merkel´schen Bad und können einen Besuch wirklich sehr empfehlen. Mehr Infos erhaltet Ihr hier. Wir wünschen Euch eine schöne Wellness-Auszeit!

+ Keine Kommentare vorhanden

Kommentar verfassen