Notfalltelefonbuch für Kinder


Nicht immer passiert ausschließlich Kindern ein kleiner Unfall. Auch wir Erwachsene können zu Hause stürzen oder aufgrund von gesundheitlichen Problemen bewusstlos werden und nicht mehr ansprechbar sein. Damit auch jüngere Kinder in solch einer nicht planbaren Situation handlungsfähig sind, haben wir mit der Tochter nicht nur die Bedienung des Telefons durchgesprochen, sondern auch ein kleines Telefonbuch für sie angelegt. Da sie mit ihren gerade sechs Jahre noch nicht lesen kann, ist das Telefonbuch ganz simpel mit Bildern und Piktogrammen aufgebaut. Auf den ersten Seiten stehen die Notrufnummern von Polizei, Feuerwehr/Notarzt, auf den weiteren Seiten folgen die Telefonnummern der engsten Familienangehörigen. Diese sind jeweils mit einem Foto der betreffenden Person abgebildet. Wir haben hier einfach Ausdrucke am Computer gemacht und in das Notizbuch eingeklebt. Man kann natürlich auch echte Fotos einkleben und die Telefonnummer dazu schreiben.

Das Telefonbuch haben wir selbst gestaltet und gebunden, so dass aus dieser ganzen Aktion ein kleines Bastelprojekt geworden ist. Das Notizbuch liegt nun griffbereit neben dem Telefon. Auch haben wir nochmals geübt, dass man im Notfall, neben seinem Namen, auch die Adresse und mit kurzen Worten das, was passiert ist, mitteilen sollte. A propos: Es gibt ein tolles Beispiel für einen gelungenen Notruf eines vierjährigen Jungen aus dem Jahr 2016. Leider verstarb seine Oma, die zu Hause bewusstlos zusammengebrochen war, zwar nach fünf Tagen auf der Intensivstation, dennoch hat der Junge alles richtig gemacht und telefonisch über die 112 sofort Hilfe geholt (Hier geht es zum Zeitungsartikel). Ich hoffe natürlich, dass wir unser Telefonbuch so schnell nicht brauchen werden, aber es fühlt sich auf jeden Fall gut an, dass wir die Tochter etwas vorbereitet haben. Wir haben natürlich auch Telefonnummern von befreundeten Kindern etc. mit in unser Notizbuch aufgenommen, damit das Ganze nicht nur einen ernsten Charakter hat. Auch haben wir geübt, wie sich die Tochter verhalten soll, wenn das Telefon, warum auch immer, nicht funktioniert und wo sie dann Hilfe holen kann. Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, doch einige Eventualitäten bzw. Abweichungen mit ihr gemeinsam durchzuspielen, da es einfach keine Standard-Situation gibt. Denn wo ich ihr sonst immer einschärfe, niemandem die Tür aufzumachen, gilt beim Eintreffen von Rettungskräften dann natürlich plötzlich das Gegenteil. Für uns Erwachsene ganz logisch, für Kinder aber doch lieber einmal zu viel als zu wenig erklärt.

Übrigens hat mich meine liebe Blogger-Kollegin Tanja Berlin von Zuckersüße Äpfel auf die Telefonbuch-Idee gebracht. Ihr DIY-Telefonbuch findet ihr hier.

 

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