Viele Grüße, Euer Lars


Mama im Ländle lässt diesen Gastbeitrag einer lieben Bekannten, die ihren Sohn für unseren Blog zu seinem (Schul-)Alltag interviewen wollte, unkommentiert stehen. Eigentlich kommt mir so viel in den Sinn, was ich an dieser Stelle schreiben möchte, denn der Text hat mich nachdenklich gemacht. Dabei weiß ich gar nicht, was ich von diesem Interview eigentlich erwartet habe. Gerechnet habe ich sicher mit einem vor Glückseligkeit und Energie nur so strotzenden Grundschulkind, das auf seine Lehrer schimpft und dann das nächste große Räuber-Abenteuer im Wald plant. Doch auch bzw. gerade dann, wenn Gespräche anders als geplant verlaufen und Beiträge nicht immer rosarot sind, verdienen sie es, gehört und gelesen zu werden. Ein großer Dank, dass dieser kleine Text mit Zustimmung von Mutter und Sohn live gehen darf. 

Ich stehe morgens um halb sechs auf, weil Mama und Papa dann auch aufstehen. Um sechs sitzen wir am Frühstückstisch. Eigentlich habe ich da noch gar keinen Hunger. Mein kleiner Bruder darf bis halb sieben schlafen. Er geht in den Kindergarten, ich gehe in die Schule.

Um spätestens sieben Uhr laufe ich los. Ich muss mich dann beeilen, weil die Schule etwas weiter weg ist. Papa ist schon unterwegs, er musste früher ins Büro. Manchmal nimmt er mich mit. Um halb acht fängt der Unterricht an. Wir haben dann fünf Stunden Schule. Danach gibt es Mittagessen. Das schmeckt furchtbar und oft mag ich gar nichts essen. Wenn Mama morgens Zeit hat, gibt sie mir manchmal extra etwas fürs Mittagessen mit. Dann gehen wir in die Hausaufgabenbetreuung. Mir ist es dort meistens zu laut. Die Kinder toben und man hat keine Ruhe, sich zu konzentrieren. Dann haben wir unsere Wahlfächer. Ich habe Gitarrenunterricht. Die Lehrerin ist nett aber streng. Oft meckert sie, weil ich nicht geübt habe. Aber abends bin ich manchmal zu müde zum üben und verspiele mich sowieso nur. Mir macht das Gitarrespielen nicht so viel Spaß. Aber alle anderen AG´s waren schon voll, so dass ich mit Gitarre weitermachen musste. Ich würde viel lieber gar kein Instrument lernen. Meine Klasse ist so lala. Die Jungs sind zum Teil nervig. Alles dreht sich um Handys und Computerspiele. Mit den meisten von ihnen mag ich mich nicht verabreden. Ein Mädchen ist sehr nett. Sie ist sportlich und die Schnellste beim 75-Meter-Lauf.

Um halb vier holt Mama mich von der Schule ab. Sie kommt gerade von der Arbeit. Dann holen wir meinen Bruder Jonathan vom Kindergarten ab. Zuhause will Mama, dass ich meine restlichen Hausaufgaben mache. Ich will aber lieber in mein Zimmer und Lego bauen. Mama ist ärgerlich. Dabei habe ich gar nicht gesagt, dass ich meine Hausaufgaben nicht machen will, sondern nur, dass ich sie nicht jetzt sofort machen möchte. Ich darf eine halbe Stunde fernsehen, dann übe ich mit Papa Lesen und mache Mathe-Hausaufgaben. Wir essen heute ziemlich spät zu Abend, weil Mama Jonathan ins Bett bringen muss. Dann ist es acht Uhr und ich darf noch ein Hörspiel zum Einschlafen hören. Heute ist erst Montag. Ich freue mich schon aufs Wochenende. Da habe ich einfach mehr Zeit für die Dinge, die mir Spaß machen. Ich bin übrigens acht Jahre alt und werde bald schon neun.

Viele Grüße, Euer Lars

+ Keine Kommentare vorhanden

Kommentar verfassen