Clear your mind of can’t


Kürzlich habe ich Euch Personaltrainerin und Body-Rockerin Susi Perrone in einem ausführlichen Interview vorgestellt. In meinem Gespräch mit Susi, das nun einige Wochen zurückliegt, haben wir uns natürlich auch privat ausgetauscht. Dabei fiel mir einmal mehr auf, wie wenig Priorität das Thema Sport seit der Geburt meiner Tochter in meinem Leben hat. Und dass das eigentlich mehr als schade ist. Susi stellte mir daraufhin einige Fragen zum Thema Sport und Bewegung und aus einem kurzen Austausch wurde ein spontanes und persönliches Beratungsgespräch. In diesem machte mir Susi nicht nur einmal mehr klar, wie wichtig körperliche Fitness ist, sondern bot mir ganz simple Alternativen an, auf die ich, das mag sich komisch anhören, von allein gar nicht gekommen wäre. Einfach, weil ich mir nie die Zeit genommen und mir nie die richtigen Fragen zum Thema Sport, bzw. welcher Sport für mich der richtige sein könnte, gestellt habe.

Fakt ist: Je älter wir werden, umso mehr Sport sollten wir treiben. Und leider verhält es sich genau umgekehrt. Nach Studium oder Ausbildung geht es für viele nahtlos mit dem Einstieg in ein oft stressiges Berufsleben weiter und für Sport bleibt kaum noch Zeit. Das kenne ich auch von mir. War ich während des Studiums fast täglich im Fitnessstudio, veränderten sich die Prioritäten bei einer 40 StundenPlus-Woche im Job. Bewegung und Sport traten, ebenso wie gesunde Ernährung, immer mehr in den Hintergrund.

Dann kam für mich die Zeit der beruflichen Selbstständigkeit in Frankfurt. Hier gab es noch einmal einen sportiven Lichtblick, denn als Freelancerin, damals noch ohne Nachwuchs, konnte ich relativ flexibel mal morgens, mal abends in den Sport gehen und schaffte das auch meist dreimal pro Woche.

Doch spätestens nach der Geburt unserer Tochter war ganz Schluss mit der Bewegung. Nun waren die Prioritäten wirklich ganz andere und wenn ich nicht mit dem Nachwuchs beschäftigt war, habe ich gearbeitet oder alles andere lieber getan, als mich aktiv zu bewegen. (Das Einzige, was ich bis heute total gern mache, ist zu einer für mich persönlich empfehlenswerten Stretching-CD dreimal pro Woche zu Hause „zu turnen“. Immerhin.) Auch bin ich seit der nicht einfachen Geburt unserer Tochter körperlich viel empfindlicher geworden. Vieles, was für mich früher eine positive körperliche Anstrengung war, ist heute zu einer negativen Belastung geworden. Susi sagte zu diesem Thema einen mir einleuchtenden Satz: „Arbeite die Geburt Deines Kindes auf. Ganz vielen Frauen steckt dieser Stress buchstäblich in den Knochen.“ Ohne an dieser Stelle näher ins Detail zu gehen: Diese Aussage konnte ich absolut unterschreiben. Und kann heute mit einigen Dingen, die unter bzw. nach der Geburt denkbar ungünstig verlaufen sind, meinen Frieden machen.

Auf Susis Frage, welcher Sport mir denn bisher so richtig Spaß gemacht habe, schwärmte ich von meiner Frankfurter Zeit, in der ich regelmäßig ins Yoga ging. „Und was hält Dich davon ab, das Yoga wieder anzufangen?“, fragte Susi. Tja, was eigentlich? Zurück im Schwäbischen hatte ich einmal einen Vorstoß Richtung Yoga unternommen, fand aber weder das Ambiente noch die Kursleiterin so richtig gut. Zu Hause habe ich mich gleich an den PC gesetzt und über Google eine sehr nette, sehr gut ausgebildete Yoga-Lehrerin im Nachbarort gefunden. Bei Andrea Heinrich machen mir die Stunden großen Spaß und das Yoga hat nun wieder einen festen, und hoffentlich langfristigen, Platz in meinem Leben gefunden.

Bei unseren weiteren Überlegungen konnte ich auf Susis Frage, welches denn mein Element sei, sofort „Wasser“ antworten. Da sich das Brustschwimmen und meine Halswirbelsäule allerdings nicht miteinander vertragen, hatte ich auch die im vergangenen Jahr begonnenen, regelmäßigen Schwimmeinheiten wieder ad acta gelegt. „Aber dann lass doch das Schwimmen, mach Aqua Fitness.“, lautete Susis Rat. Diese Möglichkeit hatte ich noch nie in Betracht gezogen. Fast jedes Schwimmbad bietet Wassergymnastik, Aqua Jogging oder Aqua Cycling an. Und so freue ich mich mittlerweile sehr auf mein Aqua-Fitness, zu dem ich mich einmal pro Woche aufraffe.

In Hinblick auf die Fragestellung, welche Sportarten mir denn früher Spaß gemacht haben, habe ich einmal mehr festgestellt, wie sehr ich beispielsweise seit jeher das Joggen verabscheue, aber sehr gern spazieren gehe. Auch hier hatte Susi eine klasse Idee, auf die ich zuvor nie gekommen bin: Walking. Jetzt laufe ich immerhin ein- bis zweimal pro Woche zu Fuß ins Städtle, um Einkäufe und Erledigungen zu machen. Das ist natürlich noch weit weg vom „richtigen“ Walken, aber eine Reise von tausend Meilen fängt ja bekanntlich mit dem ersten Schritt an.

Für mich war mein Gespräch mit Susi sehr bereichernd und erkenntnisreich. Susis Vorschläge waren genau auf meine zeitlichen Möglichkeiten sowie meine persönlichen Fähigkeiten und Wünsche abgestimmt, ohne mich zu überfordern. Und gerade diese realistisch gesteckten Ziele motivierten mich, wieder in kleinem Rahmen in den Sport einzusteigen. Wenn irgendwann einmal mehr daraus wird, freue ich mich. Wenn das Level erst einmal so bleibt, ist das auch völlig in Ordnung. Wer weiß, ob ich nicht doch eines Tages zu Susis Body Rockern gehören werde. Aber für den Anfang bin ich mit meinen persönlichen, kleinen Fortschritten zufrieden. Denn Freude am eigenen Tun zu entwickeln, ist das Schönste und Wichtigste.

Meine ersten Schritte zurück zum Thema Bewegung und Sport:
– Buch & CD zum Thema Stretching: Suzanne Martin – 15 Minuten Stretching für jeden Tag
– Persönliche Zielfindung: Personal Training Susi Perrone
– Yoga im Kreis Göppingen: Svabhava Yoga
– Aqua-Fitness in Schorndorf: Oskar Frech SeeBad

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