100 % Power: Dreifach-Mama & Body Rockerin Susi Perrone


Heute stelle ich Euch die Personal Trainerin, Body Rockerin und Physiotherapeutin Susi Perrone (38) aus Esslingen vor. Die glücklich verheiratete Mutter von drei Jungs (7, 4, 1) ist Inhaberin von drei Firmen rund um das Thema Fitness und Gesundheit. Das Interview mit Susi hat mir besonders viel Freude bereitet, da ich das Gefühl hatte, die Agilität meiner Interviewpartnerin wäre direkt auf mich übergesprungen (dazu in einem extra Blog-Post bald mehr).

Liebe Susi, wann hast Du Deine Leidenschaft für den Sport entdeckt?

Die Leidenschaft für den Sport wurde mir in die Wiege gelegt. Meine Eltern sind beide super sportlich (auch noch heute mit Mitte 70) und so wuchs ich quasi auf dem Tennisplatz und auf der Skipiste auf.

Als Kind betrieb ich erfolgreich vier Sportarten parallel mit Wettkampf-/Turnierambitionen: Tennis, Fußball, Leichtathletik und Skifahren. Irgendwann musste ich mich entscheiden und so wurde Tennis zu meiner Sportart Nr. 1. Tennis spielte ich leistungsorientiert bis zu meinem 16. Lebensjahr.

Wie sahen Deine Berufsausbildung und Dein beruflicher Einstieg aus?

Nach dem Abitur hatte ich den Wunsch und die Vision, einen Beruf zu erlernen, der mich ausfüllt, mit dem ich Menschen helfen kann und der eine Verbindung zum Sport hat. So fiel meine Wahl auf die Ausbildung zur Physiotherapeutin.

Nach der Ausbildung trat ich 2004 meinen ersten Job in einer Physiopraxis in Ostfildern an. Ich war von Beginn an sehr neugierig, wollte mich weiterentwickeln und absolvierte viele Fortbildungen. Meine Arbeit in der Praxis machte mir zwar viel Spaß, aber irgendetwas fehlte. Um die Kurve in Richtung Sport zu bekommen, begann ich, nebenher in einem reinen Damen-Fitnessstudio als Trainerin zu arbeiten. Die Kombination aus Praxis und Studio gefiel mir.

Anfang 2007 kam dann mein Schlüsselmoment. Eine Freundin sagte zu mir: „Susi, warum wirst Du eigentlich nicht Personal Trainerin? Das würde perfekt zu Dir passen!“ Mit diesem Gedanken im Gepäck setzte ich mich an den PC und googelte erst einmal den Begriff „Personal Trainer“. Und so kam eins zum anderen. Schon im März 2007 begann ich meine Ausbildung zur Personal Fitness Trainerin am Gluckerkolleg in Kornwestheim. Zwei Monate später beendete ich diese erfolgreich und mit etwas Glück hatte ich schon Ende Mai mein erstes Kundenehepaar im Personal Training. Was für ein Gefühl! Unbeschreiblich! Durch mein gutes Netzwerk kamen schon in kurzer Zeit mehrere Neukunden zu mir. Der Einstieg in die Selbstständigkeit war geschafft. Mein damaliger Chef kam mir sehr entgegen, indem er meine Pläne voll akzeptierte und ich meine Stunden bei ihm nach und nach reduzieren konnte. Das minimierte das Risiko, welches normalerweise eine Existenzgründung mit sich bringt und ich bin ihm dafür sehr dankbar.

Standest Du voll im Job, als Du euer erstes Kind erwartet hast?

Als ich im November 2009 unseren Sohn Antonio erwartete, arbeitete ich Teilzeit in der Praxis, stundenweise im Fitnessstudio und selbstständig im Personal Training. Da die Schwangerschaft total unkompliziert war, konnte ich bis eine Woche vor der Entbindung noch Personal Trainings geben.

Wie ging es beruflich für Dich weiter?

Ich blieb zweieinhalb Monate komplett zuhause und genoss diese Zeit gemeinsam mit meinem Mann, der durch einen Jobwechsel auch zuhause war. In der Praxis war ich offiziell für zwei Jahre in Elternzeit, im Personal Training startete ich mit 10 Stunden pro Woche. In dieser Zeit betreuten meine Eltern und meine Tante unseren Sohn. Ohne diesen familiären Rückhalt wäre es nicht möglich gewesen, nach so kurzer Zeit wieder beruhigt arbeiten zu gehen. Obwohl ich keinerlei Werbung machte, bekam ich immer mehr Anfragen und so stockte ich nach neun Monaten auf 15 Stunden pro Woche auf und im November, pünktlich zum ersten Geburtstag von Antonio, bekamen wir einen Kitaplatz in einer familiären, kleinen Einrichtung. Besser hätte es nicht laufen können.

2012 wurde unser 2. Sohn geboren und mein Mann war unzufrieden, dass er durch seinen Angestelltenjob zu wenig Zeit mit seinen Kindern verbringen konnte. So befassten wir uns immer intensiver mit dem Gedanken an eine berufliche Veränderung. Auch wussten wir, dass wir gern zusammen arbeiten würden. Nach vielen Überlegungen entschlossen wir uns im Sommer 2013 dazu, uns einem Franchisegeber anzuschließen und eröffneten im März 2014 unsere Bodystreet in Ostfildern-Nellingen.

Wie sieht das Konzept von Bodystreet aus?

Bodystreet ist ein junges, innovatives Fitnesskonzept, das sich auf eine ganz bestimmte Zielgruppe konzentriert: Menschen jeden Alters, die stark daran interessiert sind, sich fit zu halten – aber keine Zeit fürs normale Fitnessstudio haben.

Ihr bietet auch die neue Fitness-Methode EMS an. Was ist EMS genau und worin liegen die Vorteile dieser Trainingsart?

EMS ist ein Ganzkörpertraining unter Reizstrom. Dazu muss man wissen: Unsere Muskeln werden bereits im ganz normalen Alltag ständig durch Bioelektronik stimuliert. Genau das macht sich auch die EMS (Elektromuskelstimulation) zunutze: Sie verstärkt exakt diesen körpereigenen Effekt durch zusätzlichen Strom von außen. Und führt so zu stärkeren, intensiveren Muskelkontraktionen als bei herkömmlichem Training. Beim EMS-Ganzkörpertraining in den Bodystreet Fitnessstudios werden über 90 % der Muskelfasern gleichzeitig kontrahiert. Und das bei jeder Kontraktion! Im Gegensatz zu herkömmlichem Krafttraining werden zudem auch die tiefer liegenden Muskeln angesprochen. Dadurch verbessert sich die intra- und intermuskuläre Koordination und das Training wirkt besonders intensiv und schnell. Ein weiterer Vorteil: Die Trainingseinheiten sind mit 20 Minuten sehr kurz.

Ist das EMS-Training auch für den After-Baby-Body geeignet?

Unbedingt! Gerade nach der Schwangerschaft ist es wichtig, dass die Muskeln und der Beckenboden gestärkt werden und dazu eignet sich EMS bestens. Es sollte davor auf jeden Fall ein Rückbildungskurs besucht werden. Mit Baby sind die 20 Minuten Training bei uns perfekt geeignet. Unsere Mütter trainieren teilweise mit dem Nachwuchs im Maxi Cosi bei uns. Das ist sehr praktisch.

Du hast erzählt, dass Du sehr naturverbunden bist und Sport am liebsten draußen machst. Verrätst Du uns, was es mit der D&S Outdoor Challenge auf sich hat?

2011 fiel mir auf, dass es ein „bezahlbares Personal Training in der Gruppe“, das immer draußen stattfindet, in unserer Region noch nicht gibt, die Nachfrage aber vorhanden ist. Über meinen Job im Fitnessstudio kannte ich meine spätere Geschäftspartnerin Daniela Schimanko (www.mommydaddytuning.de). Ich erzählte ihr von meiner Idee und so entstand unsere gemeinsame Firma D&S Outdoor Challenge. Wir nennen uns auch „Body Rocker“ und trainieren mit unseren Teilnehmern das ganze Jahr bei Wind und Wetter draußen. Es gibt viele Menschen, die genau das wollen und so traf unsere Idee ins Schwarze. Inzwischen gibt es uns seit fast sechs Jahren und wir bieten drei Trainingseinheiten pro Woche an, in dem unsere vornehmlich weiblichen Teilnehmer ein ziemlich anstrengendes Workout absolvieren. Auch hier gibt es die Möglichkeit, wenn mal kein Babysitter verfügbar ist, dass sowohl wir als auch die Teilnehmer ihre Kinder mitbringen können. In einem Park wie dem Bruckenwasen in Plochingen ist das kein Problem. Unser Motto lautet: Ein Kind darf kein Hindernis sein, um Sport zu machen!

Wer genau ist Deine Zielgruppe?

Meine Zielgruppe sind vor allem Mütter, die im Berufsleben stehen. Durch meine drei Schwangerschaften weiß ich genau, wie sich ein weiblicher Körper dadurch verändert und wie schwierig es ist, ohne Hilfe den „After-Baby-Body“ zu bekommen oder beispielsweise wieder rückenschmerzfrei zu werden. Bei Bedarf begleite ich meine Klientinnen schon in der Schwangerschaft, beginne anschließend mit sanfter Rückbildungsgymastik bevor es dann später ins richtige Training übergeht. Wichtig ist hierbei natürlich auch eine gesunde Ernährung(sumstellung) und ich versuche, den Frauen einige Tools an die Hand zu geben, mit denen sie es schaffen, für sich in eine gute Work-Life-Balance zu finden. Mein Konzept beinhaltet vier verschiedene Säulen: Physiotherapie, Personal Training, Outdoor Gruppentraining/Bootcamp und EMS-Training. Oft starte ich mit reiner Physiotherapie, bis eine gewisse Grundstabilität vorhanden ist. Danach ist der Übergang ins Personal Training fließend. Sehr effektiv ist auch eine Kombination mit EMS Training und/oder Outdoor Training. Viele meiner Klientinnen lieben die Variabilität dieser Komponenten. Das Wichtigste ist mir jedoch immer eins: Ich möchte jeder Frau, die mit mir trainiert, den Spaß am Sport und der Bewegung näher bringen. Denn nur wenn etwas Spaß macht, bleibt man auf Dauer dabei und schafft es, seine Ziele zu erreichen.

Wie schaffst Du es, bei drei beruflichen Standbeinen, Zeit für Dich und die Familie zu finden?

Das Wichtigste ist eine gute Organisation und organisieren kann ich sehr gut. Wir haben klare Arbeitszeiten, unsere Kids sind in der Schule und Kita bis 16 Uhr betreut. Dazu haben wir für alle Notfälle beide Großeltern in direkter Nähe. Wir haben unsere Arbeitszeiten an unser Familienleben angepasst. Meine Hauptarbeitszeit ist von 8 bis 15.30 Uhr, danach nehme ich keine festen Termine an. Da bin ich sehr konsequent. Dazu arbeite ich an zwei Abenden pro Woche, an denen mir mein Mann den Rücken frei hält. Ansonsten ist ab 16 Uhr Family Time – da gehe ich dann auch nicht mehr ans Telefon. Ohne unser tolles Team in der Bodystreet wäre das alles nicht möglich, denn die halten uns ab 16 Uhr den Rücken frei. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wie sieht ein gelungener Tag in Eurem Familienleben aus?

Ein gelungener Tag startet mit etwas länger schlafen als unter der Woche, Familienschmusen im Bett und einem gemeinsamen, ausgiebigen Frühstück. Danach unternehmen wir etwas aktives, aktuell im Winter zum Beispiel Ski- oder Schlittenfahren auf der Alb. Der Abend endet mit einem Disney-Film kuschelnd auf dem Sofa.

Was schätzt Du an Deinem Mann und Deinen drei Jungs besonders?

An meinem Mann schätze ich sehr, dass er mir immer den Rücken freihält, ähnlich tickt wie ich und genauso ein Macher ist. Wir haben in unseren acht Ehejahren alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Dazu ist er ein sehr liebevoller Ehemann und Vater, dem Familie sehr sehr wichtig ist. Wir ergänzen und unterstützen uns perfekt und ich bin glücklich, ihn gefunden zu haben.

Meine drei Jungs haben mir gezeigt, dass Kinder zu haben das Schönste ist auf der Welt und ihre uneingeschränkte Liebe zu uns macht mich unsagbar glücklich. Meine Familie ist das Beste und Wichtigste in meinem Leben.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Für die Zukunft wünsche ich mir in erster Linie, dass wir alle gesund bleiben, das ist das Wichtigste. Für meine Kinder, dass sie ihre Kindheit weiterhin so unbeschwert genießen können wie bisher und zu glücklichen und zufriedenen Erwachsenen werden. Beruflich wünsche ich mir, noch sehr vielen Menschen, den Spaß am Sport und der Bewegung zu vermitteln und so zu einem gesunden Lebensstil zu verhelfen.

Liebe Susi, vielen Dank für dieses spannende, energetische Interview.

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Mehr Infos über Susi und ihre Trainings gibt es hier:

Personal Training Susi Perrone: www.personaltrainer-esslingen.de

Body Rockers: www.ds-outdoor.de

Bodystreet Ostfildern-Nellingen: www.bodystreet.com

 

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