Gemeinsam statt einsam


Ja, unsere Tochter darf bei uns im Bett schlafen. Manchmal schlafe ich auch bei ihr. Wenn wir abends vorlesen, kuscheln und dem „kleinen Vampir“ lauschen beispielsweise. Dann schlummere ich oft weg, wache erst mitten in der Nacht auf und bleibe einfach liegen, weil ich keine Lust habe, mich in mein eigenes, kaltes Bett zu tasten.

Jeder soll so schlafen, wie er möchte. Das ist meine Meinung. Der Weg dahin war für mich nicht immer ganz einfach. Denn selbst wenn man bewusst keine Ratgeber liest, wird unglaublich viel Meinung an einen herangetragen. Kinder sollen früh selbstständig werden. Man soll sie nicht verwöhnen. Jedes Kind kann schlafen lernen. Dazu braucht es nur den richtigen Einschlafplan. Und selbstverständlich auch einen passenden Durchschlafplan. Und überhaupt, wo bleibt denn da die Intimsphäre der Eltern, wenn immer der Nachwuchs im Graben liegt? (Zum Thema Sex im Familienbett hat Leitmedium vor wenigen Tagen einen wunderbaren Blog-Artikel geschrieben.)

Bisher konnte ich nicht feststellen, dass die Tochter weniger selbstständig ist, als andere Kinder. Kurz vor ihrem vierten Geburtstag beschloss sie beispielsweise, ab sofort morgens allein in den Kindergarten zu laufen. Und Mittags wieder nach Hause. Auch zum Thema Schlafen hat das Kind eigene Vorstellungen: „Weißt Du Mama, ich könnte schon allein schlafen. Aber ich habe einfach keine Lust dazu.“ Kann ich irgendwie verstehen. Wer schläft schon gern allein?

Und so sind die verschiedenen Schlafstätten bei uns täglich aufs Neue in unterschiedlicher Besetzung frequentiert. Manchmal nur wir Eltern. Manchmal die Tochter und ich. Meistens alle drei. Je nach Tagesform, Kuschelbedürfnis usw.

Ob das bedenklich ist? Keine Ahnung. Ich habe jedenfalls beschlossen, mir darüber keinen Kopf zu machen. Für uns fühlt es sich gut an, so wie es ist. Niemand kommt nachts rübergetappt, weil er schlecht geträumt hat oder nicht schlafen kann oder Durst hat oder Bauchweh oder der Mond zu hell durchs Fenster scheint oder das Schrankmonster wieder aufgetaucht ist. Wir schlafen (wenn es gut läuft) einfach alle durch. Und das Zubettgehen läuft (meistens jedenfalls) gemütlich und harmonisch ab – ohne Diskussionen, ohne „Wenn … dann…-Machtkämpfe“. Und häufig lasse ich sogar den „Tatort“ sausen, weil ich nach dem Einschlafritual lieber mit einem guten Buch in der Hand (und einem kleinen Knie im Rücken) in den Federn liegen bleibe.

Klar, alles easy und machbar. Denn wir haben ja nur ein Kind, hört man da gern von Außenstehenden.

Stimmt. Und eigentlich schade. So ein richtig großes Familienbett mit 3 auf 2 Meter habe ich mir schon längst gewünscht…

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P.S. Ich bin gespannt, was passieren wird, wenn die Tochter eines Tages ihr eigenes Bett bevorzugt. Ob ich dann überhaupt schlafen kann?

P.P.S Schöne Inspirationen zu Familienbetten gibt es auf dem Blog von Geborgen Wachsen.

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